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Grevenbroich: Buckau-Kindergarten in Gefahr

Grevenbroich : Buckau-Kindergarten in Gefahr

2011 sollte die neue Kita mit fünf Gruppen – darunter 32 U3-Plätze – fertig sein. Jetzt ist fraglich, ob das Geld vom Landschaftsverband kommt. Startet der Bau später, ist die Million aus dem Konjunkturpaket in Gefahr.

2011 sollte die neue Kita mit fünf Gruppen — darunter 32 U3-Plätze — fertig sein. Jetzt ist fraglich, ob das Geld vom Landschaftsverband kommt. Startet der Bau später, ist die Million aus dem Konjunkturpaket in Gefahr.

Im Herbst sollte der Bau des neuen Kindergartens im Buckauviertel beginnen — doch plötzlich fehlt das Geld. "Der Landschaftsverband hat zum 1. Juli überraschend seine Förderkriterien geändert. Für Grevenbroich bedeutet dies, dass wir voraussichtlich kein Geld erhalten", teilte Donnerstag Bürgermeisterin Ursula Kwasny mit. "Kommt das Geld nicht, droht einer der wichtigsten Neubauten im Grevenbroicher Zentrum vor die Wand zu fahren", machte Dezernent Claus Ropertz deutlich. Mit diesem Problem musste sich gestern Abend der Stadtrat beschäftigen und eine Entscheidung über die Zukunft des Millionenprojekts fällen.

Der Neubau, der insgesamt 2,4 Millionen Euro kosten soll, wird zur Hälfte (mit 1,15 Millionen Euro) aus dem Konjunkturpaket II bezahlt. 674.000 Euro kommen von der Stadt Grevenbroich, 576.000 Euro vom Landschaftsverband. Jetzt gibt es zwei Probleme: Zum einen hat der Landschaftsverband — "unerwartet", wie Claus Ropertz betont — die Kriterien für die Mittelvergabe geändert. Zum anderen stellen die beiden Geldgeber unterschiedliche Forderungen auf, die sich teilweise ausschließen. "Wir befinden uns in einem Dilemma, das kaum zu lösen ist", sagt Ropertz.

"Dann klagen wir"

Bisher sind alle Gespräche gescheitert: Bürgermeisterin Kwasny wollte die Kontakte zu Landrat Petrauschke und Landtagsabgeordneten Wiljo Wimmer nutzen — bisher ohne Erfolg. "Wir haben unsere besondere Situation nochmal in einem Brief an den Landschaftsverband dargelegt und hoffen jetzt auf eine positive Antwort", so die Bürgermeisterin. Kommt diese nicht, "dann klagen wir."

Dabei ist Eile geboten: "Der Bau hätte eigentlich bereits begonnen werden müssen, spätestens aber innerhalb der nächsten zwei Wochen", so Ropertz. Um das Geld aus dem Konjunkturpaket II abzurufen, muss der neue Kindergarten bis 31. Dezember 2011 nicht nur fertig sein, sondern auch die Rechnungen für alle Gewerke müssen gestellt sein. Dazu kommen die neuen Forderungen des Landschaftsverbands: Anders als bis zum 1. Juli darf die Stadt nicht mehr vorzeitig mit dem Bau beginnen. Sie hätte zudem innerhalb eines Monats die Mittel abrufen und die Endabrechnung vorlegen müssen: "Für uns unmöglich", sagt Ropertz.

Entscheiden sich die Politiker für einen Baustart, kann voraussichtlich das KP-II-Geld genutzt werden —— dann bleibt das Risiko, ob die knapp 600.000 Euro vom Landschaftsverband kommen. "Diese Lücke können wir nur durch Umschichtungen im gesamten Haushalt erreichen. Und wenn da der Rotstift angesetzt wird, wird das allen sehr weh tun", so die Bürgermeisterin.

(NGZ)