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Grevenbroich: Buchautor aus Hemmerden hilft Reptilien sicher aus dem Ei

Grevenbroich : Buchautor aus Hemmerden hilft Reptilien sicher aus dem Ei

Andree Hauschild hat schon vielen Bartagamen ans Licht der Welt verholfen. Der Hemmerdener ist ein bundesweit anerkannter Reptilien-Experte.

Nicht alle Tiere sind so pünktlich wie die Hennen, die die Ostereier liefern. Das Zwergbartagamen-Pärchen von Andree Hauschild etwa erwacht in diesen Tagen erst langsam aus seinem Winterschlaf. Wenn es anfängt, zu rascheln im mit Blättern ausgestatteten Terrarium, weiß der Reptilien-Experte aus Hemmerden: "Jetzt sind sie in Paarungsstimmung." Sechs Wochen später folgen die Eier.

Andree Hauschild kennt sich aus. Seit 40 Jahren beschäftigt er sich mit den zutraulichen "Mini-Dinos" aus Australien, er hat mehrere Fachbücher geschrieben, die längst als Standardwerk gelten. Und der 62-Jährige hat schon so mancher Zwergbartagamen-Brut sicher ans Licht der Welt verholfen. "Frische Eier sind noch sehr weich, feucht und extrem zerbrechlich", weiß Hauschild. Mit Hilfe eines Pinsels legt er sie im sandigen Boden des Terrariums frei, damit die Schalen an der Luft aushärten können. Danach wechselt das Gelege für 85 Tage in einen Inkubator, eine Art Brutschrank, der durchgehend die richtige Temperatur hat.

"Wenn das Reptil vollständig geschlüpft ist, hat es noch eine geöffnete Bauchdecke. Die schließt sich aber innerhalb weniger Stunden", berichtet der Hemmerdener. Was in der Natur ganz unkompliziert ist, stellt den Halter vor eine Herausforderung, schließlich soll sich die offene Bauchdecke nicht entzünden. "Deshalb lege ich das Jungtier in eine Dose mit Küchenpapier, so dass das Reptil alleine ist und sich in aller Ruhe regenerieren kann." Nach einigen Tagen darf es dann zum ersten Mal Lebendfutter genießen – winzige Grillen, Heimchen oder Obstfliegen.

Andree Hauschild ist fasziniert von Reptilien, seit langem hält und studiert er diese Spezies. Angefangen hat alles vor vier Jahrzehnten mit einem Besuch im Düsseldorfer Löbbecke-Museum: "Dort gab es im Keller Reptilien. Ich war hin und weg – besonders von den australischen Tannenzapfenechsen", erinnert er sich. Bekannt geworden sei er dann aber mit den großen Bart-agamen, die er auch in der freien Natur Australiens interessiert beobachtet hat: "Ich wollte herausfinden, wie sie dort leben. Ob sie auf dem fünften Kontinent wirklich frei leben." Und tatsächlich: In aller Seelenruhe spazieren die imposanten Reptilien dort neben und auf der Straße entlang – leben aber nicht sicher: "Die Australier sind nicht wie wir Touristen, halten an und heben das Tier vorsichtig von der Straße auf. Einige machen sich einen richtigen Sport daraus, die Bartagamen zu jagen und zu überfahren", berichtet Hauschild.

In Hochzeiten beherbergte der Hobby-Herpetologe aus Hemmerden bis zu zehn Reptilien in seinem Haus. Übrig geblieben sind die beiden Zwergbartagamen, denen Andree Hauschild an schönen Sommertagen ein kleines Gehege im Garten aufbaut, in dem sie Sonne und Schatten genießen können. Ansonsten leben die beiden meist in getrennten Terrarien, "um das Weibchen vor dem aktiven Männchen zu schützen".

(vest)