Grevenbroich: Brings rockt Grevenbroich

Grevenbroich: Brings rockt Grevenbroich

Rund 3.500 Menschen feierten und tanzten am Samstag auf dem Kirmesplatz gemeinsam in den Mai: Zum 125-jährigen Bestehen des Löschzugs Stadtmitte standen die "Kölschrocker" von Brings auf der Bühne.

"Wir freuen uns tierisch auf Grevenbroich und finden es riesig, dass die Bude so voll ist", sagte Kai Engel von "Brings" der NGZ kurz vor seinem Auftritt. Nach Duisburg und Köln gastierte die Kölner Kultband auf ihrer Jubiläumstour "20 Jahre Musik" in der Schloss-Stadt — tatsächlich kündete eine mehrere hundert Meter lange Schlange vor dem Festzelt auf dem Platz der Republik das Großereignis an. Dabei waren die Karten schon Wochen vorher vergriffen.

Die rund 3.500 Zuschauer rockten begeistert mit. Foto: M. Reuter

Viele Brings-Fans, vor allem aus dem Rheinland, besuchten die Stadt an der Erft. Jennifer Küpper (24) kam mit ihrer Clique aus Bergheim: "Parkprobleme? Nein, das ist hier alles sehr großzügig", sagte die mit stilechtem Karohut dekorierte Schöne. Den Vogel unter dem sehr gemischten Publikum "zwischen 20 und 70" schoss allerdings Renate Paul (53) aus Nürnberg ab, die ihre Grevenbroicher Freundin Roswitha Wilkus besuchte, "um endlich diese phantastische Formation mal live zu erleben". Organisator Marc Pesch heizte als DJ die Stimmung ordentlich an. Ohrenbetäubender Jubel begleitete "Brings", die Punkt 21.30 Uhr zum soundigen Wummern die blaudurchflutete Bühne betraten: Ein perfekter Auftritt!

"Willkommen in Köln" lieferte Frontman Peter Brings, hammerhart an den Drums von Christian Blüm gefordert, die Visitenkarte ab. Zweierlei wird klar: Die Massen vor der Bühne kennen sich aus, der Refrain wird stimmsicher mitgesungen. Und: Klassischer Rock in Herbkultur ist die eigentliche Stärke der Band, auch wenn der aktuelle Stil diesen gelegentlich verlässt.

  • Fotos : "Kölschrocker" Brings in Grevenbroich

Songs wie "Ich möch zo Foß noh Kölle jonn" oder das mitreißende "Halleluja" zeigen die Verbundenheit zum Karneval. Die zünftige Ballade "Hay! Hay! Hay!" hört man aber im Kölner Karneval nicht mehr, in Grevenbroich elektrisierte sie das Publikum. Und das erst recht, wenn die Walzerseligkeit "Man müsste noch mal 20 sein" zum perfekten Hardrock mutiert. Berauschende Soli, vor allem von Harry Alfter (Gitarre), oft im aufreibenden Duo mit dem immer noch wie ein junger Gott wirbelnden Stephan Brings (Bass), erhalten riesigen Beifall. "Su ne Dach, so schön wie hück" sprach schon nach einer knappen Stunde dem Publikum aus der Seele, die Stimmung eskaliert beim Top-Hit "Superjeilezick". Drei Stunden hält sie "Brings" mit einer grandiosen Mischung aus Kölschrock und Pop am Siedepunkt.

Vorbildlich waren die von der Feuerwehr zu ihrem Jubiläum eingerichteten Sicherheitsvorkehrungen. So gab's auch bei dem rund 3500 Fans nirgendwo beängstigende Enge. Das Konzert wurde zum Partytreff. Selbst nach Mitternacht dominierte die Textsicherheit: "Su lang mer noch am lääve sin".

(NGZ)
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