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Grevenbroich: Brandstifter aus Lust oder Frust

Grevenbroich : Brandstifter aus Lust oder Frust

Psychologe Dr. Winfried Barnett aus Berlin

Die Polizei ermittelt "in Richtung Brandstiftung". Redakteur Carsten Sommerfeld sprach mit Dr. Winfried Barnett. Der Psychologe und Neurologe befasst sich seit Jahren mit dem Verhalten von Brandstiftern.

Herr Dr. Barnett, was sind Brandstifter für Menschen?

Dr. Winfried Barnett Hinter den meisten Brandstiftungen steht ein normales kriminelles Motiv, etwa Versicherungsbetrug oder um nach einem Einbruch Spuren zu verwischen. Bei Serien-Brandstiftungen kommen vor allem drei Täter-Typen mit schweren psychischen Problemen in Frage: Frusttäter, Lusttäter und solche mit gestörtem Sozialverhalten, letztere begehen neben Feuerlegen meistens auch andere Straftaten.

Was zeichnet den Frusttäter aus?

Barnett Der Frusttäter lernt oft durch Zufall, dass es ihm nach der Tat besser geht. Die erste Tat erfolgt häufig aus dem Bedürfnis, etwas kaputt zu machen. Er hätte auch eine Scheibe einschlagen können.

Und der Lusttäter?

Barnett Der legt einfach aus Spaß Feuer, bekommt dadurch einen Kick. Dabei handelt es sich häufg um 14 bis 21 Jahre alte Männer Bei Kindern ist Freude am Feuer, die Neugierde, etwas Normales. Das legt sich in der Regel, wenn sie sich der Gefahr und Folgen bewusst sind.

Wie fallen etwa Lusttäter auf?

Barnett Die Polizei sollte darauf achten, wer als einer der ersten am Tatort ist. Nicht selten helfen Lusttäter eifrig beim Löschen, oder sie filmen den Brand und die Löscharbeiten.

Hört ein Lusttäter irgendwann auf?

Barnett In der Regel erst dann, wenn er geschnappt wird.

(NGZ)