Brand in Grevenbroich-Kapellen: Großfeuer zerstört Zimmerei

Rauchschwaden zogen über Grevenbroich : Großfeuer vernichtet Zimmerei-Gebäude in Kapellen

Ein Großfeuer hat am Freitagnachmittag eine massive Rauchentwicklung verursacht. Anwohner sollten geschlossene Räume aufsuchen, Fenster und Türen schließen. Erst am späten Abend gab die Kreisleitstelle Entwarnung.

Großeinsatz der Feuerwehr im Gewerbegebiet in Kapellen. An der Philipp-Reis-Straße brannte eine rund 50 mal 30 Meter große Halle des Zimmereibetriebs Lauda komplett nieder. Der Rauch war bis Wevelinghoven zu sehen. Die Löscharbeiten dauerten bis in die Nacht, am Samstagmorgen war der Brand gelöscht.

Dirk Zimmermann vom Malereibetrieb nebenan saß gegen 16.15 Uhr im Büro, als er einen Knall hörte, eine Stichflamme aus der Halle des Zimmereibetriebs  sah. Er alarmierte die Feuerwehr. „Als wir eintrafen, stand die Halle in Vollbrand, die Flammen schlugen rund 30 Meter hoch“, schildert Feuerwehreinsatzleiter Michael Wolff. „Anfangs hörten wir mehrere Explosionen, vermutlich von Gasflaschen.“ Zusätzliche Einheiten wurden alarmiert. 62 Einsatzkräfte waren im Einsatz – neben der Grevenbroicher Wehr rückten unter anderem ein Fahrzeug mit einer Drehleiter und ein Messwagen aus Neuss an. Jüchener Feuerwehrleute kamen mit der Drohne ihrer Wehr. „Damit haben wir uns ein Lagebild verschafft“, erklärt der Grevenbroicher Feuerwehrchef Udo Lennartz. Auch Kreisbrandmeister Norbert Lange war vor Ort.

Die Feuerwehr warnte die Anwohner sehr schnell, sich in geschlossene Räume zu begeben und Türen und Fenster geschlossen zu halten. Zusätzlich sollen auch Klima- und Lüftungsanlagen abgeschaltet werden.

Wegen des Rauchs wurden die ersten beiden Häuserreihen im Neubaugebiet auf der anderen Seiten der Straße „Auf den Hundert Morgen“ evakuiert, Anwohner sammelten sich auf dem Rewe-Parkplatz. Messungen mit dem ABC-Erkunder-Fahrzeug  aus Neuss ergaben „Werte deutlich unter den zulässigen Grenzwerten“, sagte Sebastian Johnen, Ordnungsamtsleiter der Stadt. Um letzte Gewissheit zu haben, sei das Landesamt Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) mit weiteren Messungen beauftragt worden. So konnten Anwohner der geräumten Häuser und Wohnungen auch am Freitagabend noch nicht wieder zurück.

Rußpartikel, die auf den Straßen lagen, sollten nicht weggeräumt werden. „Wir werden die Bevölkerung weiter informieren“, versicherte Johnen. Um 22.17 Uhr dann kam die Meldung per NINA-App: „Die Warnung ist aufgehoben.“

Menschen hatten sich beim Brandausbruch nicht in der Halle befunden. Aus sechs Strahlrohren und zwei Rohren der Drehleiter-Fahrzeugen schoss das Wasser. Bald war laut Lennartz klar, dass die brennende Halle nicht mehr zu retten war. Auch ein Transporter darin wurde ein Raub der Flammen. Der Feuerwehr gelang es, die Nachbargebäude im Gewerbegebiet vor dem Feuer zu schützen. 

Nicht weit von der Halle steht ein großer Mast einer Überland-Stromleitung. Der Strom musste nicht abgeschaltet zu werden, da der Wind Rauch und Wärme in die entgegengesetzte Richtung trieb. Überlegt wurde, die noch stehende, aber einsturzgefährdete Giebelwand niederzureißen. Die Schadenshöhe ist noch nicht bekannt.

Bis in die Nacht suchte die Feuerwehr noch nach weiteren Glutnestern. Die Polizei hatte die Philipp-Reis-Straße gesperrt. Auch Teile der Straßen in Kapellen waren gesperrt. Betroffen war vor allem der Bereich „Auf den Hundert Morgen“. In Kapellen und Umgebung bilden sich wegen der Straßensperren und Umleitungen lange Staus.

Die Brandursache ist noch unklar, das zuständige Kommissariat hat die Ermittlungen aufgenommen.Ein Feuerwehrmann berichtet, dass Schaulustigen auf der nahe gelegenen Autobahn 46 den Verkehr behinderten und dabei sich und andere in Gefahr gebracht hätten.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Feuerwehr löscht brennende Gewerbehalle in Grevenbroich-Kapellen

(ubg/seda/felt/cso/ki-)
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