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Grevenbroich: BoA: Letztes Mega-Teil verbaut

Grevenbroich : BoA: Letztes Mega-Teil verbaut

Auf der BoA-Baustelle in Neurath wurde am Donnerstag in 70 Meter Höhe das letzte 200-Tonnen-Teil in die Kohlebandbrücken gehoben. Nach der Demontage der Kräne werden die fertigen Gebäude innen ausgebaut.

Feinarbeit mit Schwerstgewichten auf der BoA-Baustelle: Am Donnerstag wurde das letzte tonnenschwere Stück für die Kohlebandbrücke eingehoben. In rund 70 Meter Höhe hing das 220 Tonnen schwere, 50 Meter lange Bauteil mit Stahlseilen an zwei gelben Riesenkränen: "Für das präzise Einsetzen haben wir lediglich 70 Zentimeter Platz", erläutert Baustellenleiter Manfred Hensel. "Da muss alles passen. Die Größe kann man nicht erst kontrollieren, wenn das Stück am Kran hängt. Dann ist es zu spät." Donnerstag morgen um 8 Uhr startete der Lückenschluss für den zwei Kilometer langen Kohle-Transportweg; knapp vier Stunden später konnte Supervisor Wilfried Klix (56) feststellen: "Passt genau."

Präzision in 70 Meter Höhe

Auf der BoA-Baustelle errichtet RWE Power zurzeit eine moderne BoA-Anlage (abgekürzt Braunkohlenkraftwerk mit optimierter Anlagentechnik). In Spitzenzeiten arbeiteten 3500 Menschen rund um die beiden Blöcke F und G, jetzt sind es noch 2500. "Mit dem letzten Kranhub enden auch die von außen bisher gut sichtbaren Arbeiten", so Unternehmenssprecher Manfred Lang. Anschließend werden alle der bis zu 170 Meter hohen Baukräne demontiert, danach beginnt der Innenausbau in den bereits fertigen Gebäuden wie Maschinen- oder Kesselhaus.

Doch am Donnerstag musste zunächst das letzte Stück des Transportbands eingehoben werden. Über Funk verständigten sich die beiden Kranführer mit dem Supervisor, um das Mega-Bauteil zentimetergenau zu platzieren. "Eigentlich Routinearbeit", erläutert Wilfried Klix auf die Frage, ob dieser Schritt eine Herausforderung darstelle. Hitze oder Regen würde die Hubarbeit nicht stören, lediglich starker Wind: "Aber der Wind müsste an dieser windgeschützten Stelle schon sehr kräftig sein", ergänzt Manfred Hensel. Auch die lange Sommerhitze sei ohne Folgen für den Baustellen-Alltag geblieben: "Das Wetter störte schon, natürlich mehr auf der Baustelle als in den Büros. Wir haben dafür gesorgt, dass alle Arbeiter genug Wasser trinken."

Wie es am neuen Kraftwerk weitergeht: "Wir liegen mit den Arbeiten gut im Zeitplan. Mit Block G werden wir voraussichtlich im Sommer 2011 in Betrieb gehen, mit Block F Ende 2011", sagt der Baustellenleiter. Durch den tödlichen Unfall — drei Arbeiten stürzten 2007 an Block F in die Tiefe — verzögerte sich der Bauplan. Bevor Strom aus Neurath in das Netz eingespeist werden kann, müssen etwa Dampfkessel und Turbinen getestet und alle Komponenten synchronisiert werden. Im Juni hatte der Dampferzeuger von Block G die Druckprüfung bestanden — mit 465 bar.

(NGZ)