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Grevenbroich: Blues-Brüder beenden ihre Trauerphase

Grevenbroich : Blues-Brüder beenden ihre Trauerphase

Nach dem Tod des Bassisten Raimund "Ray" Stamm stand die Band "The play the Blues" kurz vor der Auflösung. Die Gruppe hat sich zum Weitermachen entschieden. Mit einem Konzert am 9. Juni wird sie ihre Trauerphase beenden.

"They play the Blues". Der Bandname ist Konzept. Die Jungs spielen Blues - nicht mehr, nicht weniger, aber verdammt gut. Mit einem Konzert am Samstag, 9. Juni, im "Stellwerk 71" werden die Musiker um Willie Goergens die Trauerphase nach dem plötzlichen Tod ihres Bassisten Raimund "Ray" Stamm beenden. Eigentlich hatten sie vor, gar nicht mehr gemeinsam aufzutreten.

Raimund Stamm starb im Februar im Alter von nur 64 Jahren. "Wir waren Freunde, haben lange zusammen Musik gemacht", schildert Frontmann Goergens. Nach dem Tod des Bassisten seien die Mitglieder der 2013 gegründeten Band in eine Art Schockstarre geraten. Alle geplanten Konzerte wurden abgesagt - sogar der festgezurrte Gig im legendären "Topas" in Leverkusen, um den sich die Musiker so lange vergeblich bemüht hatten.

"Uns war nicht nach Spielen zumute", sagt Willie Goergens. "Vielmehr haben wir uns mit der Frage beschäftigt, ob und wie wir weitermachen sollen." Nach langer Überlegungsphase habe sich die Band schließlich entschieden, die Brocken nicht hinzuwerfen. "Auch, weil uns viele Leute aus der Szene darum gebeten haben, nicht aufzuhören", argumentiert Goergens. Ein neuer Bassist ist zwischenzeitlich gefunden worden: Matts Nicklas. Der spielt zwar Schlagzeug bei "The Jesus Christ Experience" (TJCE), kennt sich aber auch bestens mit dem viersaitigen Instrument aus. "Schlagzeuger sind ohnehin die bässeren Basser", kalauert der Bandleader.

Willie Goergens kennt Matts Nicklas schon seit den wilden "Noisehunter"-Zeiten, Anfang der 80er. "Vom Blues hat er allerdings absolut keine Ahnung", meint er. "Dennoch spielt er so, als ob er nie etwas anderes gemacht hat." Die Band wird jedoch künftig anders klingen als bisher. "Raimund war Traditionalist, mehr Jazz- als Blues-orientiert. Matts bringt nun eine rockige Komponente hinein - also mehr Led Zeppelin als Little Walter", schildert Goergens. "Im Prinzip sind wir jetzt so etwas wie eine Newcomer-Band, die das Feld von hinten aufrollt und kleine Gigs spielt."

Etwa 40 eigene Stücke hat "They play the Blues" im Repertoire, hinzu kommen diverse Klassiker - Nummern von Howlin' Wolf oder Muddy Waters zum Beispiel. Ob der neue Bassist alle Stücke bis zum 9. Juni intus haben wir, glaubt Willie Goergens nicht. "Egal, die Hälfte der Songs werden wir im ,Stellwerk 71' ohnehin improvisieren", sagt er. Und das klingt vielversprechend.

Nach diesem Auftritt plant "They play the Blues" noch ein Gastspiel auf dem Grevenbroicher Feierabendmarkt am 5. September. Und irgendwann soll es auch wieder mal ins Studio gehen. Willie Goergens hat ein paar Songs geschrieben, die sich gut auf einem neuen Album machen würden - vielleicht sogar schon im nächsten Herbst.

Info "They play the Blues" geben ihr Konzert "A Tribute to Ray" am Samstag, 9. Juni, im Haus an der Bahnstraße 71. Um 20 Uhr geht es los.

(NGZ)