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Grevenbroich: Blitz-Marathon stoppt Raser

Grevenbroich : Blitz-Marathon stoppt Raser

Beim landesweiten "Blitz-Marathon" kontrollierte die Polizei bis gestern Mittag in der Stadt 1025 Autos. 80 Temposünder wurden erwischt. Viele andere Fahrer wussten von der Aktion, mancher fuhr betont langsam.

Tempo 65 zeigt die rote Digitalanzeige am Lasermessgerät an, Polizeibeamtin Simone Setzepfand (47) hebt die Kelle, stoppt den silberfarbenen Van auf der K 33 bei Mühlrath. "Drei Kilometer ziehen wir als Toleranz ab, bleibt Tempo 62 bei erlaubten 50", erläutert Polizeihauptkommissar Marc Hoff am Messgerät. Auf der anderen Straßenseite werden 15 Euro Verwarngeld fällig.

"Ich habe gerade mit meiner Tochter gequatscht, nicht auf das erlaubte Tempo geachtet", sagt die Fahrerin aus Grevenbroich. "Aber ich finde die Kontrollen richtig, man soll angemessen fahren."

Eine Stunde lang hatte sich die Polizei mit einem mobilen Lasermessgerät an der Kreisstraße postiert — im Rahmen des landesweiten "Blitz-Marathons" kontrollierten Polizei und Stadt seit gestern Morgen bis heute, 6 Uhr, an zwölf Standorten die Geschwindigkeit. Mit der Aktion, an der sich auch Niedersachsen und die Niederlande beteiligten, geht die Polizei gegen die "Geschwindigkeit als Killer Nummer 1 im Straßenverkehr" vor, wie Polizeisprecherin Diane Drawe erklärt.

Der Standort an der K 33 bei Mühlrath gehörte zu den Messstellen, die Bürger der Polizei vorgeschlagen hatten. Vor allem morgens und nachmittags wird die Straße von vielen als Verbindung zwischen A 46 und etwa dem Grevenbroicher Norden genutzt.

Polizeihauptkommissar Marc Hoff peilt mit dem Lasergerät einen Punkt in 130 bis 200 Metern Entfernung an. "Aus zwei Messungen kurz hintereinander wird die Geschwindigkeit des Fahrzeugs ermittelt", erläutert der 38-Jährige. Am Rand der breiten Straße fallen die Polizeiautos und Ordnungshüter schon von weitem auf. Fast alle Autofahrer fahren langsam. Mancher geht sogar auf Tempo 40 herunter, einige lächeln den Polizisten zu. Viele wissen aus den Medien vom Blitz-Marathon. Und Hoff erklärt: "Wir verstecken uns nicht, sondern wir zeigen Präsenz und wollenn so das Tempo drücken."

Das bestätigt Diane Drawe. "Unser Ziel sind nicht Knöllchen, sondern weniger Tote und Verletzte." Denn von der Geschwindigkeit hänge bei Unfällen oft die Schwere der Verletzung ab. "Bei einem Zusammenprall mit einem Auto, das mit Tempo 65 fährt, sterben acht von zehn Fußgängern, bei Tempo 50 aber überleben acht von zehn. Würden wir keinen einzigen Raser ermitteln, wäre das der größte denkbare Erfolg", so Drawe. Doch so verantwortungsbewusst verhielten sich die Grevenbroicher nicht. Bis 13 Uhr hatten die Radargeräte 1025 Fahrzeuge erfasst. 80 Fahrer waren zu schnell. "Spitzenreiter" ist ein Lkw-Fahrer, der mit Tempo 116 bei erlaubten 70 unterwegs war. Heute will die Polizei Bilanz ziehen.

(NGZ/rl/url)