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Grevenbroich: Biwak am Schloss: Schützen stimmten sich aufs Fest ein

Grevenbroich : Biwak am Schloss: Schützen stimmten sich aufs Fest ein

Karl-Heinz Schröder (65) war gestern Abend sichtbar erleichtert: "Wir haben im strömenden Regen aufgebaut und fürchteten, dass auch das Biwak ins Wasser fallen könnte." Für ihn und die übrigen Mitglieder im "Königskreis" war das gestrige Biwak die Abschiedsvorstellung. "Künftig wird sich ein Förderverein um das Biwak kümmern", erläutert BSV-Präsident Dr. Peter Cremerius bei der Pressekonferenz.

Ein Grund für Schröder, traurig zu sein? "Ach wissen Sie, wir haben das seit 1990 gemacht. Jetzt können Jüngere ran, denn das Durchschnittsalter bei den Ex-Königen liegt bei rund 70 Jahren", meint Schröder. So kann er sich auf das Biwak 2012 freuen, wenn er sein Bier ohne Sorge um Sicherheit und Logistik trinken kann. Vorfreude auf das Schützenfest – das ist es, was die Grevenbroicher rund zwei Wochen vor dem Fest auf den Schlossplatz kommen lässt. Nicht jeder ist dabei so reisefreudig wie Ottwin (80) und Phyllis Ziebell (65), die aus Lady Lake in Florida anreisten: "Wir kommen seit vielen Jahren zum Schützenfest. Wir haben hier Verwandte und feiern mit ihnen." Auch für Jürgen Müller ist das Biwak eine Traditionsveranstaltung – seit 20 Jahren: "Heute lasse ich sogar das Spiel der Borussia dafür sausen", sagt der 53-Jährige. Auf "einen schönen Abend bei gutem Wetter" freut sich Iris Brück mit ihren Freundinnen Birgit Brück (51) und Elke Esser (49), die mit ihrem Verein "Elsener Frischlinge" gekommen sind.

Bei Spanferkel, Kölsch und Pils wurde entspannt geplaudert. Entspannt wurde es für Schützenkönig Axel Holzhausen allerdings erst, nachdem Bier aus dem Fass kam. Trotz dreier heftiger Schläge streikte zunächst der Hahn. "Er ist wohl kein Schlosser, er arbeitet mit Holz", meinte Bürgermeisterin Ursula Kwasny. Doch mit vereinter Schützenhilfe wurde der Zapfhahn rasch ausgetauscht, dem ersten "Zum Wohl" stand dann nichts mehr entgegen.

Schützen-Chef Peter Cremerius und seine Vorstandskollegen stehen vor einem besonderen Schützenfest, da jetzt das Stadtjubiläum gefeiert wird. Bei der Sonntagsparade wird das Regiment um zwei Marschblöcke mit Nachwuchs aus befreundeten Vereinen aufgestockt – insgesamt werden 1700 Marschierer und 47 Pferde auf den Straßen sein. Bereits die Serenade am Samstagabend wird mit Gästen aus den drei bestehenden Partnerstädten und aus Kessel (jetzt Teil der niederländischen Großgemeinde Peel en Maas und künftiger Partner) gefeiert. Am Dienstagabend werden die Fackeln nochmals vor Königs- und Kronprinzenpaar bei einer Parade präsentiert.

(NGZ)