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Grevenbroich: Biker-Tipps zum Frühlingsstart

Grevenbroich : Biker-Tipps zum Frühlingsstart

Unfälle mit Motorrädern haben oft tödliche Folgen. Für mehr Sicherheit tritt eine bundesweite Kampagne der Hannelore-Kohl-Stiftung ein, die jetzt in Grevenbroich gestartet wurde. Experten geben wichtige Tipps.

Im Rhein-Kreis kam es im vergangenen Jahr zu 255 Verkehrsunfällen, an denen Zweiradfahrer beteiligt waren. "Dabei kamen drei Menschen ums Leben", bedauert Herbert Klinder von der Polizei. Die Statistik für 2011 könnte ähnlich hoch ausfallen – denn: "In diesem Jahr gab es schon 23 Unfälle und einen Toten", erklärt Klinder.

Zwar sind die Unfallzahlen bundesweit seit einigen Jahren rückläufig, doch Motorradfahrer sind nach wie vor besonders häufig betroffen. Laut dem Bundesamt für Statistik in Wiesbaden liegt das Risiko, bei einem Verkehrsunfall ums Leben zu kommen, für Biker mehr als dreimal so hoch als für Autofahrer. Um auf die Gefahren hinzuweisen, startete die Hannelore-Kohl-Stiftung am Wochenende auf dem ADAC-Gelände in Grevenbroich ihre bundesweite Aktion "Sicherer Start in die Motorradsaison".

Mit dabei: Philipp Hafeneger, ehemaliger Rennfahrer der IDM-Superbike-Klasse. Sein Tipp zum Frühlingsanfang: "Bevor nach der langen Winterpause die ersten Fahrten starten, sollte das Motorrad gründlich überprüft werden. Oft stimmt der Luftdruck in den Reifen nicht mehr – oder es gibt andere technische Mängel." Außerdem empfiehlt der 27-Jährige ein Wiedereinsteigerprogramm, etwa auf dem Gelände eines Fahrsicherheitszentrums.

Ein gut gewartetes Bike und eine umsichtige Fahrweise sind nur eine Seite. "Die Sicherheit ist die andere", meint Franz-Josef Görges vom Helmhersteller Schuberth. "Man kann an vielem sparen, aber nicht am Kopfschutz", unterstreicht er. Sein Tipp: Wer einmal gestürzt ist, sollte im eigenen Interesse seinen Helm austauschen. "Auch wenn die äußere Schale keine Spuren aufweist, können die wichtigen Membranen im Inneren zerstört sein und nicht mehr den richtigen Schutz bieten", so der Experte.

Ein Sturz ohne Helm kann für Motorradfahrer böse Folgen haben, erklärt der Neurologe Dr. Christoph Kley aus Troisdorf: "Schlägt der Kopf ungewöhnlich hart auf, können Blutungen im Gewebe entstehen, die im schlimmsten Fall zu einem Trauma führen", betont der Arzt. Mit den Folgen eines solchen Unfalls muss Christine Hofmann seit zwei Jahren leben. "Mein Mann hatte 2009 einen Sturz, er ist bis heute ein Pflegefall und wird in der Reha stark gefordert", berichtet die zweifache Mutter und sagt: "Wir haben aber die Hoffnung, dass er bald wieder sprechen kann."

Auch für Ersthelfer gibt es bei Unfällen bestimmte Verhaltensregeln. Bei der Frage "Helm auf oder ab?" sind sich viele nicht sicher. Dr. Christoph Kley rät: "Viele Patienten werden am Unfallort bewusstlos und könnten unter dem Helm ersticken." Deshalb sollte der Kopfschutz abgenommen werden: "Wer vorsichtig ist, kann nichts falsch machen. Wer nicht hilft, macht den größten Fehler."

(NGZ)