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Grevenbroich: Betreuungsverein ist enttäuscht: Kwasny ignoriert Ogata-Protest

Grevenbroich : Betreuungsverein ist enttäuscht: Kwasny ignoriert Ogata-Protest

Die geplante Privatisierung der Offenen Ganztagsschulen (Ogata) sorgt für Unmut bei Eltern aus der Südstadt. Die Stadtverwaltung plant, zum Schuljahr 2016/17 auch die Betreuung an der Grundschule St. Josef in andere Hände zu übergeben. Doch der Förderverein, der sich seit zehn Jahren darum kümmert, hat keine Chance, sich am Ausschreibungsverfahren zu beteiligen.

"Die Stadtverwaltung hat die Ausschreibung nur für große, kommerzielle Anbieter ermöglicht", kritisiert Robert Helmrich, Vorsitzender des Ogata-Fördervereins.

Helmrich geht davon aus, dass "wir zum Schuljahr 2016/17 die Ogata abwickeln werden". Für ihn ist die Ausschreibung ein Beispiel dafür, wie die Stadt ehrenamtliches Engagement kaputt mache. Was der Fördervereinsvorsitzende mindestens erwartet hätte: eine Antwort von Bürgermeisterin Ursula Kwasny auf den bisherigen Protest: "Wir haben im Herbst 270 Unterschriften für den Erhalt der Ogata gesammelt und der Bürgermeistein übergeben. Darauf hätten wir uns eine Reaktion gewünscht." Zwar schätzt Helmrich den Förderverein als ausreichend kompetent ein, um sich auch in Zukunft um die Betreuung der Grundschüler zu kümmern, aber: "Wir müssen akzeptieren, dass die Stadtverwaltung dies anders sieht", sagt er enttäuscht.

Wer in Zukunft die Grundschüler-Betreuung übernehmen wird, damit wird sich der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung beschäftigen. Dann werden die Aufträge für die ersten fünf Einrichtungen in Neurath/Frimmersdorf, Gustorf, Stadtmitte, Elsen und Noithausen vergeben. Der Trägerwechsel gehört zum Sanierungskonzept. Durch die Privatisierung an zehn Offenen Ganztagsschulen will die Verwaltung bis zum Jahr 2019 1,1 Millionen Euro sparen.

Zum aktuellen Stand erläutert Rathaus-Sprecher Andreas Sterken: "Wir befinden uns nach wie vor im offiziellen Ausschreibungsverfahren. Die Submission hat stattgefunden. Derzeit werden die Angebote intern geprüft." Das Ergebnis werde ein Vergabevorschlag sein, doch dieser müsse der Revisionsabteilung zur erneuten Prüfung vorgelegt werde. Erst wenn diese ihr Okay gibt, können die Aufträge für das kommende Schuljahr 2015/16 vergeben werden. Diese Entscheidung liegt bei den Ratsmitgliedern.

(NGZ)