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Grevenbroich: Besuch des Weihbischofs – Höhepunkt der Oktav

Grevenbroich : Besuch des Weihbischofs – Höhepunkt der Oktav

Dominikus Schwaderlapp besuchte die Marienoktav in Noithausen. In seiner Predigt warnte er vor der Wegwerfmentalität in Beziehungen.

Vor genau fünf Jahren besuchte er schon einmal die Kirche St. Mariä Geburt – damals kam Dominikus Schwaderlapp noch als Generalvikar des Erzbistums Köln. Jetzt betrat er erneut den Altarraum – dieses Mal jedoch als Weihbischof. Der Anlass ist derselbe: die Marien-oktav, die noch bis Sonntag Gläubige aus der Region anzieht.

"Damals kam ich mit einigen Sorgen, das ist heute nicht anders", sagte Weihbischof Dominikus Schwaderlapp. Doch in der Messe, die der Weihbischof der größten Diözese Deutschlands feierte, kamen weder seine noch die Sorgen der vielen Katholiken – alle Plätze in der Kirche waren besetzt – zum Vorschein.

Festlich, aber mit einer kleinen, aber feinen Prise Humor und sympathisch gestaltete Weihbischof Dominikus Schwaderlapp die Pilgermesse, in deren Mittelpunkt natürlich Maria als Mutter Gottes, Patronin der Noithausener Pfarre, stand. "Wir kommen unter ihren Augen zusammen um die Eucharistie zu feiern", sagte Schwaderlapp. "Sie ist mit Leib und Seele all das, was wir auch sein sollten", stellte er einen Bezug zum Alltäglichen her. "Maria war mit Leib und Seele Mutter, aber auch Dienerin des Herrn." Sie stehe stellvertretend für die Menschheit – und dabei nahm Dominikus Schwaderlapp sich selbst und seine Kollegen nicht aus. Er sprach mit der Berufung zu Ehe und Zölibat Themen an, die für gesellschaftlichen Zündstoff sorgen. "Mit Leib und Seele dabei sein, heißt treu sein. Maria hielt ihrem Sohn auch unter dem Kreuz die Treue, als alle anderen wegliefen", erinnert der Weihbischof. "Lasst Euch nicht von der Wegwerfgesellschaft anstecken, werft Beziehungen nicht weg", mahnte er. Es gehe darum auszuharren, auch wenn man eigentlich weglaufen wolle.

Viele Zuhörer konnten sich in diesen Ausführungen wiederfinden und so endete die rund einstündige Messe des prominenten Gastes mit einigen ergriffenen Gesichtern. "Der Besuch des Weihbischofs ist für uns eine große Ehre", sagte Pfarrvikar Ulrich Filler, für den die Marienoktav wie eine "Abschiedswoche" erscheint.

Am Montag wechselt er als Pfarrvikar nach Köln – und hinterlässt eine Lücke in der Noithausener Pfarre, die noch nicht geschlossen ist. "Wenn der Bischof kommt, ist das ein wichtiges Zeichen, das die Verbundenheit zeigt, auch mit dem Papst", meinte Filler.

Nach der Pilgermesse, zu der die Ehrenamtlichen der Caritas, des Elsener Tischs und die Mitarbeiter der Altenheime eigens eingeladen worden waren, nutzten viele die Gelegenheit, das Gehörte im Pfarrheim Revue passieren zu lassen und Weihbischof Dominikus Schwaderlapp in einem persönlichen Gespräch zu erleben.

Für viele war es der Höhepunkt der Marienoktav, die heute mit einer Messe – sie beginnt um 17 Uhr in der Pfarrkirche St. Mariä Geburt Noithausen – und einem Fest im Pfarrheim zur Verabschiedung von Pfarrvikar Ulrich Filler sowie Morgen mit der letzten Oktav-Messe ausklingt.

(NGZ)