1. NRW
  2. Städte
  3. Grevenbroich

Grevenbroich: Bessere Förderung für Kleinkinder

Grevenbroich : Bessere Förderung für Kleinkinder

Um Kleinkinder mit Entwicklungsverzögerungen oder Handicap besser zu unterstützen, kooperieren nun die "Leben und Wohnen" gGmbH der Lebenshilfe und die Stadt. Eltern können die Förderung einfacher in der Kita nutzen.

Klaus Oellers leitet mit der "Blumenwiese" das größte integrative Familienzentrum in Grevenbroich. Die Einrichtung der Lebenshilfe, der "Leben und Wohnen gGmbH", besuchen Kinder ohne und mit Handicaps aus dem gesamten Rhein-Kreis Neuss. Oellers hat beobachtet: "Immer mehr Kinder werden in der Kita auffällig." Bei Kindern mit Entwicklungsverzögerungen oder mit Handicap könne man weitere sekundäre Verhaltensauffälligkeiten – wie etwa Aggressionen – beobachten. Für sie ist eine möglichst frühe Förderung besonders wichtig. Um deren Organisation zu verbessern, kooperieren Kitas und Tagespflege künftig mit der Lebenshilfe. Deren Mitarbeiter der Frühförderung beraten kostenfrei Erzieherinnen und Tageseltern, helfen bei den Anträgen und auch bei der folgenden Förderung.

"Wir freuen uns über dieses, für die Stadt kostenfreie Angebot", sagte CDU-Jugendpolitiker Susanne Wasen. Auch Birgit Schikora, Leiterin des Fachbereichs Jugend, ist über die neue Kooperation "sehr froh": "Dieses Serviceangebot ist ein großer Schritt."

Von der Organisation – Beratung in den Kitas oder bei Tageseltern – bis hin zur konkreten Fördereinheit – ist dies zwar kein Novum; nun wird es erstmals mit der Kooperationsvereinbarung auf eine neue Basis gestellt. Das Verfahren soll für alle städtischen Einrichtungen gelten, aber auch für die freien Träger. Alle katholischen Gemeindeverbände und die Deutschordens-Jugend- und Familienhilfe haben es bereits angenommen.

"Für die Eltern bedeutet die Vereinbarung weniger Stress", sagt Klaus Oellers. Sie würden davon profitieren, dass die Fördereinheiten für ihr Kind in seiner gewohnten Betreuungseinrichtung stattfinden würden und dass sie sich nicht selbst um die Fahrt zum Heilpädagogen kümmern müssten. Die Vorteile für die Kinder: Sie könnten ihre Fördereinheiten stattdessen in ihrer gewohnten Umgebung erhalten. "Für die heilpädagogische Arbeit ist dies ein Vorteil: "Die Kinder sind erreichbar, das Förderangebot ist in ihren Alltag integriert, erscheint ihnen nicht als etwas Ungewöhnliches."

Verzögerungen in der frühkindlichen Entwicklung seien oft schwer zu erkennen, wichtig sei hier auch die Aufmerksamkeit von Erzieherinnen oder Tagesmüttern, meint der Leiter der "Blumenweise". Sie könnten anhand der detaillierten Dokumentationen, die sie für jedes Kind individuell führen, Probleme erkennen.

Was Klaus Oellers ebenfalls beobachtet hat: Wie nachhaltig Kinder von den je 75 Minuten dauernden Fördereinheiten profitieren würden: "Manche saugen dieses Angebot auf wie ein Schwamm." Besonders treffe das auf all' diejenigen zu, denen in der familiären Umgebung solche Anreize fehlen würden. "Manche Jungen und Mädchen haben überhaupt keine passenden Spielmaterialien. Sie drohen zu verkümmern."

(NGZ/anch)