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Grevenbroich: Beschwerden über die Südstadt-Laternen

Grevenbroich : Beschwerden über die Südstadt-Laternen

Reichlich verwundert war Claus Schäfer, als er über die Kolpingstraße ging. "Schon um 18.30 Uhr ist es dort – trotz der Straßenbeleuchtung – dunkel. Im Radius von drei, vier Metern um die Laterne ist es noch einigermaßen hell, dahinter sieht man die Hand vor Augen kaum", erklärt der Südstädter. Von zwei Röhren je Lampe leuchte nur eine.

Reichlich verwundert war Claus Schäfer, als er über die Kolpingstraße ging. "Schon um 18.30 Uhr ist es dort — trotz der Straßenbeleuchtung — dunkel. Im Radius von drei, vier Metern um die Laterne ist es noch einigermaßen hell, dahinter sieht man die Hand vor Augen kaum", erklärt der Südstädter. Von zwei Röhren je Lampe leuchte nur eine.

Claus Schäfer vermutet, dass vielleicht eine Nacht-Sparschaltung verfrüht eingeschaltet wurde, und er sieht eine Gefahr vor allem für Senioren, die stolpern könnten. "Wenn die Stadt sparen will, kann sie die Laternen doch gleich ausschalten. Das wäre fast der gleiche Effekt", meint der Südstädter.

Doch eine solche Sparschaltung, gibt es auf der Straße nicht, heißt es auf Anfrage im Rathaus. Die Stadtverwaltung schaltete gestern das Gas- und Wasserwerk (GWG) als Betreiber ein, um der Ursache auf den Grund zugehen. "Unser Meister ist heute rausgefahren und hat die Lampen konrolliert. Sie sind voll funktionstüchtig", erklärt Uwe Stenzel, Hauptabteilungsleiter Netze beim GWG.

Ein möglicher Grund dafür, dass die Lampen nicht voll leuchteten: "Die Straßenlaternen werden über einen Sensor bei einbrechender Dunkelheit eingeschaltet, entwickeln aber nicht sofort ihre volle Leuchtkraft — sondern erst nach etwa einer Viertelstunde", heißt es beim GWG. Diese Zeit hänge auch von der Temperatur ab. Bei Kälte könne es etwas länger dauern als sonst. Eine Sparschaltung gebe es bei den verwendeten Lampen nicht, "dafür ist eine andere Technik erforderlich. Entweder leuchten die Straßenlaternen — oder sie leuchten nicht", so der GWG-Mitarbeiter. Eine flexiblere Einstellung würden etwa LED-Leuchten zusammen mit entsprechender Steuerungstechnik ermöglichen.

Die moderne LED-Technik ist bereits geplant: In einem Pilotprojekt werden auf Teilen der Lindenstraße 22 alte Quecksilberdampflampen gegen LED-Leuchten ausgetauscht. Damit sollen Energiekosten verringert werden — das GWG geht von Einsparungen in Höhe von knapp 1800 Euro im Jahr aus. Der Versorger, der die NVV-Stromsparte übernommen hat, betreibt rund 6200 Straßenlaternen im Stadtgebiet — mit Ausnahme im Raum von Kapellen, Hülchrath und Neukirchen.

(NGZ)