Bernhard Horst aus Grevenbroich entwickelt Notfallhilfe-App

Digitale Notfallhilfe: Grevenbroicher für App ausgezeichnet

Bernhard Horst ist gelernter Feuerwehrmann und studierter Ingenieur. Er entwickelte eine App, die in Notfällen die Einsätze von Rettern optimiert. Dafür erhielt er im Rahmen der Cebit in Hannover einen Innovationspreis.

Bernhard Horst ist ein Mann mit vielen Talenten. Bereits in jungen Jahren fand er den Weg zur Jugendfeuerwehr Grevenbroich. Nach seiner Ausbildung zum Rettungsassistenten, einem abgeschlossenen Studium im Desaster-Management sowie der Promotion zum Sicherheitstechniker ist der zweifache Vater auch Ideengeber für „DIVERA 24/7“.

Zuletzt entwickelte der Grevenbroicher für sein in Wuppertal-Vohwinkel ansässiges Unternehmen eine Notfallhilfe-App. Nicht irgendeine, sondern eine so clevere, dass auch das Bundesministerium für Forschung darauf aufmerksam wurde. Sie heißt „DIVERA 24/7“ und erleichtert Rettern wie THW oder Feuerwehr die Arbeit: Auf einen Blick können mit dieser die Zeit bis zum Eintreffen, die Anzahl und die Kompetenzen der Einsatzkräfte abgerufen werden. „Wir wissen im Vorfeld eines Ereignisses, welcher Kollege mit welcher Qualifikation  in welcher Zeit bis zur Einsatzstelle abkömmlich ist“, sagt Horst.

Schutzziel im Bereich Feuerwehr ist, innerhalb von acht Minuten zum Einsatzort zu kommen. Eine allgemein als „sportlich“ beschriebene Herausforderung. Und weil jede Sekunde zählt, könne die App im Notfall Leben retten. Der Kreisfeuerwehrverband hat „DIVERA 24/7“ erworben, um es in den kommenden zwei Jahren den Wehren kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Aber nicht nur die Löschzüge in Kapellen oder Hemmerden loben das Tool als „wichtig und hilfreich“, Auch in anderen Ländern Europas – den Niederlanden, Belgien und Luxemburg – wird „DIVERA 24/7“ genutzt.

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„Wir haben schon verschiedene Auszeichnungen erhalten“, sagt der 43-Jährige. „Aber jetzt in Hannover den Preis zu bekommen, das war schon toll“, freut er sich über den „Innovation Award 2018“, der ihm und Team jetzt offiziell auf der Cebit verliehen wurde. Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert, „klingt nach einem schönen Batzen, ist aber dringend notwendig für die weitere Entwicklung“, sagt der Tüftler. Als ein nächster wichtiger Schritt wird es eine Möglichkeit geben „Gewalt gegen Einsatzkräfte“ zu erfassen und systematisch zu analysieren. Auch hier arbeitet „DIVERA 24/7“ eng mit dem Kreisfeuerwehrverband zusammen. „Wir hatten das zunächst gar nicht auf der Uhr“,erinnert sich Bernhard Horst an erste Anfänge vor sechs Jahren, „wer diese App in modifizierten Form alles nutzen kann“. Müsse „Personal schnell und effizient koordiniert“ werden, sei die App Gold wert. Sei es nun der Gastronom, der am heißen Sommertag spontan mehr Kellner für sein Terrassengeschäft braucht, oder Schadensregulierer, die nach einem Unwetter quasi überall gleichzeitig sein müssen, um Fälle aufzuzeichnen.

„Volles Programm“ habe er derzeit in seiner Firma, sagt Bernhard Horst. Und wenn er dort nicht mit den Kollegen sitzt, tüftelt und testet, widmet er sich der Familie. Frei von Optimierungen und dem kürzesten Weg  zum Ziel vergisst er am liebsten die Zeit mit seiner Frau und den beiden Kindern.



Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels hieß es, Bernhard Horst habe die Software „EmergencyEye“ entwickelt und sei dafür ausgezeichnet worden. Das ist inhaltlich falsch. Den Preis auf der Cebit erhielt Horst für seine App „DIVERA 24/7“. Den Fehler haben wir korrigiert.
„EmergencyEye“, eine digitale Innovation in der Leitstellenkommunikation, ist eine Entwicklung der COREVAS GmbH & Co. KG in Grevenbroich. Über „EmergencyEye“ und den Auftritt von COREVAS bei der Cebit werden wir in einem gesonderten Beitrag in Kürze berichten. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

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