Bereits 18 Paten betreuen Spielplätze in Grevenbroich

Bürger-Engagement in Grevenbroich : Bereits 18 Paten betreuen Spielplätze

Stadt und Bürger ziehen an einem Strang: Mittlerweile 18 Spielplatzpaten – Tendenz steigend – sehen auf Anlagen nach dem rechten und tragen häufig sogar mit Aktionen zu neuen Geräten bei. Die Verwaltung spricht von einem Erfolg.

Vor einem Jahr rief die Stadt das Spielplatzpaten-Projekt ins Leben. Nach etwas schleppendem Start wurden mittlerweile 18 Paten gefunden, weitere Interessenten haben sich gemeldet. „Ein Jahr nach Beginn ist das eine Super-Zahl“, zieht Christian Abels von der Kinder- und Jugendförderung Bilanz.

Die Idee: Bürger, Vereine und Dorfgemeinschaften kümmern sich ehrenamtlich um einen der 71 städtischen Spielplätze. Die Paten sehen auf den Anlagen nach dem Rechten, weisen die Verwaltung auf Mängel hin, sind Ansprechpartner für Kinder und Anwohner. Spielgeräte reparieren müssen sie dagegen nicht.

Zu tun gibt es dennoch reichlich, wie Anita Zimmermann (56) berichtet. Sie kümmert sich um den großen Platz am Heyerweg neben der Realschule in Wevelinghoven. Dabei wird sie kräftig von 25 Schülern der Nachmittagsbegleitung unterstützt, in der sie aktiv ist. Im Rahmen einer 72-Stunden-Aktion des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend haben Schüler mit einem Künstler dort eine Wand mit einem sehenswerten Graffiti verschönert. „Außerdem haben wir alle Spielgeräte kräftig geschrubbt, vom Moos befreit“, berichtet Zimmermann.

In Kapellen ist Daniel Becker (40) für das Grenadierkorps Kapellen/Erft auf dem Spielplatz Neißestraße aktiv. Ärgerlich findet er, wenn auf dem Areal Pizza-Kartons oder anderer Müll liegen gelassen werden. Bei der Geräte-Ausstattung soll sich bald einiges tun. Bislang gebe es nicht viel mehr als zwei Wippen. Ein Konzept wurde besprochen, im ersten Schritt will die Stadt Rutsche, Doppelschaukel und Spielkombination aufbauen. Auch das Grenadierkorps will mit Spenden-Aktionen zu einem Gerät beitragen. „Beim ersten Kinder-Umzug im Ort haben wir bereits gesammelt, und zum Beginn der nächsten Spielsaison im Frühjahr planen wir ein Spielplatzfest“, erzählt Becker.

Solche bürgerschaftlichen Initiativen sind kein Einzelfall. In Münchrath konnte mit Hilfe einer großzügigen Spende etwa eine Doppelschaukel beschafft werden. „Das haben wir mit einem Spielplatzfest gefeiert“, berichtet Hans Esser von der Dorfgemeinschaft, der 58-Jährige ist einer der Paten für den schönen Platz. „Die Stadt kann für den Standard sorgen, solches Engagement der Bürger vor Ort ist das i-Tüpfelchen“, sagt Christian Abels.

Für die Sanierung von Spielplätzen standen der Verwaltung 2018 und 2019 je 60.000 Euro zur Verfügung. Für den Etat 2020 hat sie 85.000 Euro angemeldet. Die Erhöhung sei notwendig, weil viele Spielgeräte bereits 20 Jahre und mehr genutzt würden.

Nicht nur Paten und Vereine in den Stadtteilen engagieren sich für die Anlagen, sondern auch die Bürgerstiftung Grevenbroich. Nach der Sanierung der Spielspinne am Bend und des Platzes „Am alten Hof“ in Noithausen packt die Stiftung ein neues Projekt an, für das auch die Kirmesgesellschaft Elsen um Präsident Peter Reibel aktiv wird: Der Spielplatz an der Matthias-Esser-Straße im Grönland-Viertel erhält ein neues großes Spielschiff.

Das alte musste wegen Mängeln „abgewrackt“ werden. Der Ersatz kommt in Etappen: Der Bug der stolzen neuen „Gunnbjorn“, benannt nach dem Grönland-Entdecker, steht bereits. Mittelschiff und Heck sollen bis 2021 folgen und viele Spielmöglichkeiten bieten. 25.000 der insgesamt nötigen 85.000 Euro will die Bürgerstiftung aus Spenden zusammenbringen. Ex-Bürgermeisterin Ursula Kwasny, stellvertretende Vorsitzende der Stiftung, spricht Bürger, Vereine und Gruppierungen an. „5500 Euro haben wir bereits gesammelt“, sagt sie.

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