Grevenbroich: Bei Simone golfen auch Könige

Grevenbroich: Bei Simone golfen auch Könige

Die weithin einzige Minigolf-Anlage weit und breit betreibt Simone Pickel, die am Rande des Bends ein kleines Idyll nicht nur für Familien geschaffen hat. Schon viele Könige haben an den Bahnen den Schläger geschwungen.

In den Bäumen zwitschern Vögel, in einem der Blumenkübel hängen bunte Eier am Strauch. "Willkommen bei Simone", begrüßt ein Schild die Besucher. Wenige Meter weiter geht es in den Bend, das Gefühl von Urlaub macht sich breit. "Das hier ist mein Heiligtum", sagt Simone Pickel. Vor dreieinhalb Jahren übernahm die heute 36-Jährige am Torfstecherweg die weithin einzige Minigolf-Anlage. Früher — bis 2004 — hatte sie mit ihre Mutter den "Bierbrunnen" im Montanushof betrieben: "Doch das hier, wo ich immer an der frischen Luft bin, ist etwas ganz anderes", sagt Simone Pickel. "Es ist schön, morgens hierhin zu kommen und Eichhörnchen zu sehen. Ich wollte etwas auf die Beine stellen, das noch keiner in der Familie gemacht hat", erzählt die gelernte Friseuse.

Während manch andere Minigolfanlage mit dem Charme der 60er in die Jahre gekommen ist, hegt und pflegt Simone Pickel ein Idyll. Das Grundstück ist städtisch, die Minigolfanlage gehört ihr. Neben den 18 Bahnen befindet sich ein Spielplatz, auch Trettraktoren warten auf Kinder. Der große Biergarten lädt zur Pause und Stärkung ein. "Wir wollten eine Freizeitanlage für Familien schaffen, wo Erwachsene ihre Seele baumeln lassen und Kinder spielen können", erzählt Andreas Pickel, der seiner Frau hilft. Der 42-Jährige ist Elektriker im Kraftwerk Neurath.

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Doch in Gustorf ist Minigolf auch ein königliches Spiel: Schon so mancher Schützenzug hat seinen Zugkönig dort beim Minigolfen ermittelt. Simone und Andreas Pickel haben selbst königliche Erfahrung, 2008/2009 repräsentierten sie als Königspaar den Bürgerschützenverein Grevenbroich. Damals luden sie sämtliche Königspaare in der Stadt zum besonderen Minigolfturnier — der Erlös ging an die Bürgerstiftung. "Wir hatten einen Riesenspaß", sagt Simone Pickel, die mit ihrem Mann auch schon Prinzenpaar der Orkener Grielächer war.

Für dieses Jahr plant sie ein weiteres Benefizturnier. Auch einen Oldieabend und andere Events gab's schon. Im Mittelpunkt steht aber natürlich Minigolf. Die Besucher kommen auch aus Düsseldorf und dem Erftkreis, viele sind Stammkunden. Beispielsweise der Junge, der bisher den Bahnenrekord hält. "Er hat alle 18 Bahnen mit nur 32 Schlägen bewältigt", sagt Simone Pickel mit Bewunderung. Manche Aufgaben sind gar nicht einfach — etwa wenn der Ball über eine Rampe in ein Netz befördert werden muss. Und beim "Vulkano" droht der Ball immer wieder den Hügel hinunter zu rollen statt ins Loch oben zu plumpsen. Eine Regel gilt übrigens für Könige und andere Minigolfer gleichermaßen: "Bitte nicht auf die Bahnen treten."

(NGZ)