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Grevenbroich: Bei der Feuerwehr ist die Liebe entflammt

Grevenbroich : Bei der Feuerwehr ist die Liebe entflammt

Die Wehr braucht Verstärkung – etwa junge Ehrenamtler wie Alexander Domgans und Christina Pesch.

Die Wehr braucht Verstärkung — etwa junge Ehrenamtler wie Alexander Domgans und Christina Pesch.

Wenn der Piepser geht, wird es hektisch im Hause Domgans/Pesch. Egal ob unter der Dusche, im Schlaf oder beim gemeinsamen Abendessen. Bei einem Einsatz lassen die beiden jungen Feuerwehrleute Alexander Domgans (21) und Christina Pesch (22) alles stehen und liegen und eilen zum Gerätehaus. Die beiden üben nicht nur dasselbe Ehrenamt aus — sie sind auch ein Paar und lernten sich bei der Feuerwehr kennen.

Dort sind sie schon seit mehreren Jahren aktiv, mit mehr als 200 Kameraden sind sie ehrenamtlich für alle Grevenbroicher im Einsatz. Bei Einsätzen, Lehrgängen und Übungsdiensten investieren beide viel Zeit in das Hobby Feuerwehr. Doch all die Mühe zahlt sich aus, weiß Domgans: "Es macht Spaß, für andere da zu sein, und man kommt an verschiedene Orte, die einem sonst verborgen bleiben", sagt der Neukirchener.

Solches Engagement wird gebraucht: Mindestens 90 Feuerwehrleute sucht die Feuerwehr Grevenbroich. "Wenn jede Einheit rund zehn Nachwuchskräfte bekommen könnte, wäre ich beruhigter", sagt der Leiter der Feuerwehr, Udo Lennartz. Der 47-Jährige schätzt zwar seine starke Truppe. Dennoch fehlen laut Brandschutzbedarfsplan knapp 100 Männer und vor allem Frauen. "Wir werben immer wieder um gerade junge Menschen. In einigen Einheiten müssen in den nächsten Jahren einige ältere Kameraden in Feuerwehr-Rente. Für diese brauchen wir engagierten Nachwuchs", sagt der Chef der Florianer.

Seit dem 14. Lebensjahr ist Alexander Domgans Mitglied der Feuerwehr Grevenbroich. Sein Vater Jürgen Domgans (51) hatte seinen Sohn mit zum Übungsabend genommen. Nach vier Jahren in der Jugendfeuerwehr wechselte er vor drei Jahren in die Einsatz-Abteilung in Neukirchen. Außerdem machte er sein Hobby zum Beruf. "Nach meiner Ausbildung konnte ich bei der Werkfeuerwehr der Firma Hydro anfangen — für mich ein Glücksgriff", sagt der Neukirchener. Seine Freundin Christina Pesch kam ebenfalls über ihren Vater zur Feuerwehr. Seit rund drei Jahren ist sie in der Einheit Kapellen aktiv. "Die Feuerwehr ist zwar bisher eine Männerdomäne, doch damit hatte ich nie ein Problem. Alle sind sehr nett. Blöde Sprüche, weil ich eine Frau bin, gab es nie", sagt die 22-Jährige und wirbt gleichzeitig um neue Kameradinnen. "Niemand braucht Angst zu haben. Jeder wird gleich an die Materie herangeführt, und niemand wird über seine Leistungsmöglichkeiten hinaus gefordert", berichtet Pesch.

Kennen gelernt haben sich Alexander Domgans und Christina Pesch beim Grundlehrgang. Dort lernen die Nachwuchs-Retter alle nötigen Handgriffe für den Einsatz.

Lennartz betont, dass die Wehr auch auf die Vereinbarkeit von Ehrenamt und Beruf achtet. "Zwar müssen die Firmen ihre Mitarbeiter für den Feuerwehrdienst freistellen, doch das ist nicht immer so einfach. Natürlich nehmen wir darauf Rücksicht", sagt Lennartz.

(draxl)