BBZ Grevenbroich produziert eigenen Honig

Vorzeige-Projekt an Berufsschule Grevenbroich : Berufsschüler versuchen sich erfolgreich als Imker

Auf dieser Wiese stehen inzwischen auch vier Hochbeete, die sie mit Hilfe ausgedienter Paletten – Nachhaltigkeit ist eben mehr als bloß ein Wort – selbstständig gebaut haben.

Nachhaltigkeit ist am Berufsbildungszentrum (BBZ) Grevenbroich nicht nur Lippenbekenntnis oder abstrakter Anspruch. Besonders die Berufsfachschule Kinderpflege zeigt in diesem vielschichtigen Feld starkes Interesse. Dass für dieses Engagement auch sprichwörtlich langer Atem notwendig ist, zeigt jetzt ein besonderes Projekt. Dessen Erfolg ist messbar – nämlich in Form von etwa 40 Kilogramm Honig. Seit etwa eineinhalb Jahren sind die Schülerinnen mit dem Bienenprojekt beschäftigt. Angefangen hatte alles damit, dass die angehenden Kinderpflegerinnen auf dem Gelände des Berufskollegs eine Blühwiese angelegt hatten, um so Lebensraum für vom Aussterben bedrohten Wildbienen zu schaffen.

Auf dieser Wiese stehen inzwischen auch vier Hochbeete, die sie mit Hilfe ausgedienter Paletten – Nachhaltigkeit ist eben mehr als bloß ein Wort – selbstständig gebaut haben. Zwei davon sind in kindgerechter Höhe, denn das Projekt „Gärtnern mit Kindern“ stellen die jungen Frauen auch in Kindertagesstätten vor. In den Hochbeeten pflanzen sie Obst, Gemüse und Kräuter an, die – Nachhaltigkeit hat viele Facetten – von auszubildenden Köchen und Servicekräften am BBZ bei der Nahrungsmittelzubereitung benutzt werden. Und damit die wilden Flugobjekte nicht nur Nahrung, sondern ebenso ein Zuhause finden, wurde darüber hinaus ein Bienenhotel gebaut. Um in die Honigproduktion einzusteigen, erforderte es mehr als Besucher, sondern ganze Bienenvölker. Hier wurde das Netzwerk aktiv: Durch die Vermittlung von Angela Patzner von der Bienen-AG des benachbarten Pascal-Gymnasiums sowie die kenntnisreiche Unterstützung des Imkers Sebastian Kamitz ist es gelungen, den ersten BBZ-Honig zu produzieren. „Der Honig ist natürlich unverkäuflich und wird beispielsweise als Gastgeschenk für Kooperationspartner der Schule genutzt“, erklärt Projektbegleiterin Monika Hansen.

Die Kinderpflegerinnen freuen sich nicht nur über die Resultate ihrer Arbeit, sondern hoffen auf offizielle Anerkennung durch ihre Teilnahme an dem Projekt „Make Europe sustainable for all“, das der „Bund für Umwelt und Naturschutz“ (BUND) ins Leben gerufen hat. Wenn sie die Jury überzeugen können und unter die ersten acht Projektgruppen gewählt würden, lockt die Teilnahme am europaweiten Wettbewerb.

Mehr von RP ONLINE