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Grevenbroich: Baustelle: Umwege in Kapellen

Grevenbroich : Baustelle: Umwege in Kapellen

Seit Monaten wird die Straße Auf den hundert Morgen komplett erneuert. Viele Autofahrer müssen weite Umwege fahren, Geschäftsleute klagen über Einbußen. Im Mai soll der Bauabschnitt fertig sein – früher als geplant.

Seit Monaten wird die Straße Auf den hundert Morgen komplett erneuert. Viele Autofahrer müssen weite Umwege fahren, Geschäftsleute klagen über Einbußen. Im Mai soll der Bauabschnitt fertig sein — früher als geplant.

Verkehrsgünstiger könnte der Rewe-Markt in Kapellen wohl kaum liegen — nur wenige Meter von der wichtigen Straße Auf den hundert Morgen entfernt. Doch davon hat Kaufmann Hans Rippers zurzeit wenig: "Wir haben enorme Einbußen. Die, die uns jetzt besuchen, sind ganz treue Kunden. Die Verkehrssituation hier ist wie in einem Irrgarten."

Das Problem: Seit Ende 2011 ist die Straße Auf den hundert Morgen eine Großbaustelle. Für 2,5 Millionen Euro errichtet die Stadt eine breitere Fahrbahn und einen Radweg. Der erste Bauabschnitt ist 600 Meter lang. Wegen des Umbaus gilt eine Einbahnstraßen-Regelung: Autofahrer aus Richtung A 46 müssen eine Umleitung von der Talstraße über den Heckhausener Weg nutzen.

Wer in Richtung Kapellen fährt, muss vor dem Kreisel zwischen rot-weißen Baken die Lücke finden, durch die es ins Neubaugebiet und auf den Parkplatz am Geschäftszentrum geht. "Viele fahren dort vorbei, finden den Weg nicht", so Rippers. Die zweite Zufahrt zu Rewe ist wegen der Arbeiten gesperrt. Bereits vorher hatten sich Autofahrer über eine unübersichtliche Verkehrsführung in der Baustelle beschwert.

Im Geschäftszentrum betroffen ist nicht nur der Supermarkt. "Die Situation ist katastrophal, wir haben zurzeit rund ein Drittel weniger Kunden", erklärt Metzgermeister Willi Schillings. Ebenso wie Rippers betont er: "Ich habe Verständnis für die Bauarbeiten." Doch: "Wer aus Richtung Autobahn kommt und bei uns einkaufen will, muss entweder die fast fünf Kilometer lange Umleitung über Hemmerden fahren oder über die Straße Am Gehöft durchs Neubaugebiet. Diesen Weg kennen viele aber nicht. Die Stadt sollte dort Schilder aufstellen."

Eine Zeitlang war auch die Zufahrt Am Gehöft gesperrt — ebenfalls wegen Bauarbeiten. "Da mangelte es an Koordination", kritisiert Schillings. Und Rippers sagt: "Wir saßen hier wie auf einer Insel. Uns war erklärt worden, dass die Einbahnstraßenregelung Auf den hundert Morgen erst kommt, wenn das andere Projekt abgeschlossen ist."

Die parallel laufenden Arbeiten begründet Stadtsprecher Andreas Sterken mit "Bauverzögerungen". Und er bittet um Verständnis für Beeinträchtigungen: "Bei der Baustelle Auf den hundert Morgen handelt es sich um ein Projekt mit größeren Dimensionen." Doch Sterken hat eine gute Nachricht: "Wegen des guten Wetters und des milden Winters kommen wir schneller voran als erwartet. Statt Ende Mai werden die Arbeiten wahrscheinlich bereits Anfang oder Mitte Mai fertig sein." Doch schon im Sommer startet der Umbau fürs zweite Teilstück in Richtung Hemmerden.

(NGZ/rl)