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Grevenbroich: Baustart für Mehrgenerationen-Projekt

Grevenbroich : Baustart für Mehrgenerationen-Projekt

Etwas für Grevenbroich bislang Einmaliges baut die Evangelische Gemeinde Wevelinghoven: In Kapellen entsteht ein Mehrgenerationen-Projekt mit barrierefreien Wohnungen und einer Kita, für die am Freitag der erste Spatenstich war.

Eifrig griffen über 20 Jungen und Mädchen mit gelben Bauhelmen zu Kinderspaten, gruben das erste Stückchen Erde für ein 3,4-Millionen-Euro-Projekt um, das es in dieser Form in Grevenbroich bislang nicht gibt. Die Evangelische Kirchengemeinde Wevelinghoven verwirklicht am Rande des Kapellener Neubaugebiets ein Mehrgenerationen-Projekt. Das Motto: "Jung und Alt in einem Quartier".

Am Freitag war am Kerbelweg der Baustart für einen zweietagigen Kindergarten mit 80 Plätzen — darunter 16 für die U3-Betreuung. In sechs Monaten beginnt daneben der Bau von zehn barrierefreien Wohnungen auf drei Etagen. "Wir wollen mit diesem Projekt Jung und Alt zusammenbringen. Oft müssen wir erleben, dass die Generationen auseinanderwachsen", sagte Pfarrer Thomas Winkler beim ersten Spatenstich mit über 100 Gästen. Die Idee: "Senioren aus dem Wohnhaus gehen in den Kindergarten, lesen etwa den Kindern vor, backen mit ihnen Plätzchen oder singen gemeinsam", schilderte er einige Möglichkeiten fürs Miteinander.

Auch architektonisch soll der Neubau Akzente setzen: "Die Gebäude bieten von allen Seiten einen anderen Anblick", erläutert Architekt Markus Schmale. Der Kindergarten setzt sich aus mehreren Gebäudeteilen zusammen, die ein "Dorf für die Kinder" ergeben. Vorsprünge, Höfe und unterschiedliche Höhenniveaus im Inneren sollen vielfältige Nutzungsmöglichkeiten bieten. Auf lichtdurchflutete Räume wird ebenso Wert gelegt wie aufs Energieeisparen. "Für die Heizung wird ausschließlich Geothermie genutzt", so Markus Schmale.

Bürgermeisterin Ursula Kwasny wies auf die Bedeutung der Tagesstätte hin. "Nach dem Bau der Kita ,Sonnenland' im Buckauviertel ist das der nächste wichtige Schritt, um die Eltern in Grevenbroich zu unterstützen". Der neue Kindergarten wird von vielen Familien sehnsüchtig erwartet: "Endlich geht's los. Die Stadt hat ein großes Neubaugebiet errichtet, doch bislang gibt es hier keinen neuen Kindergarten", erklärte Klaus Hoffmann. Mit seiner Frau Yvonne hofft er auf einen Platz für ihren jetzt zweieinhalbjährigen Sohn Paul.

Bereits 2012 hatten Eltern kritisiert, dass es zu wenige Plätze in Kapellen gebe. Die Verwaltung hatte daraufhin erklärt, dass es im Stadtgebiet für jedes Kind einen Tagesstättenplatz gebe — allerdings nicht in Wohnortnähe. Eine Verbesserung der Situation ist 2014 in Sicht. Dann soll die Kapellener Kita fertig sein. Dorthin zieht der eingruppige Evangelische Kindergarten Wevelinghoven um. "Zudem haben wir Platz für 51 weitere Kinder", so Pfarrer Winkler. Betreiber der Kita wird das Diakoniewerk Neuss-Süd sein, das bereits für zwölf Tagesstätten in Neuss und Kaarst zuständig ist.

(NGZ/ac)