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Grevenbroich: Barrieren für Neurather See

Grevenbroich : Barrieren für Neurather See

Obwohl das Baden verboten ist, beachten viele dies nicht. Doch am Neurather See brüten seltene Tierarten wie etwa der Eisvogel. Und die sollen nicht gestört werden. Aus diesem Grund wurden natürliche Sperren aufgeschichtet.

Wenn die Natur sich selbst nicht zu helfen weiß, dann muss auch manchmal nachgeholfen werden. Deshalb hat die Stadt Grevenbroich damit begonnen, einen Teil des Neurather Sees mit natürlichen Barrieren für den Menschen nicht mehr zugängig zu machen. Dafür wird zurzeit so genannter Schlagabraum – abgesägte Äste und Baumkronen – zu Haufen aufgeschichtet, die mit der Zeit überwachsen werden und somit eine natürliche Sperre bilden.

Der Neurather See soll eine Ruhezone für Tiere bleiben. Deshalb wurden Asthaufen (l.) als natürliche Barrieren angehäuft. Besucher wie Michael Stucke und Verena Diedmann und ihre Kindern Nele und Jan können so nicht mehr an den See gelangen. Nur am westlichen Ufer führt ein Weg am See entlang. Foto: L. Berns

"Dies ist nötig, da vermehrt Menschen trotz des Verbotes den See als Naherholungsgebiet nutzen", erläutert Umweltbeauftrager Norbert Wolf. "Dort ist das Baden, jegliche Wassersportaktivitäten und auch das Fahren von ferngesteuerten Motorbooten verboten. Lediglich das Sportangeln ist an einem extra ausgewiesenen Bereich des See erlaubt." Doch dazu zählen nicht das östliche Ufer sowie Teile des nördlichen und südlichen Seeabschnitts. Diese Bereiche dienen nur als reine Ruhezone für die Tiere.

"Da Menschen jedoch immer wieder die Nähe zum Wasser suchen, wurde im westlichen Bereich ein Weg am See angelegt", sagt Wolf. "Ansonsten dient das Gewässer als Naturschutzgebiet. Denn am Neurather See leben zahlreiche seltene Tiere und Pflanzen, die teilweise bereits auf der roten Liste stehen", sagt Wolf. Zu ihnen gehörten Libellen, Amphibienarten und der Eisvogel, der seit 1992 dort brüte. "Zudem gibt es seltene Wildentenarten sowie Zwerg- und Haubentaucher. Und wir wollen Rohrdommeln, die als Brutvögel in NRW ausgestorben sind, wieder hier ansiedeln", sagt Wolf. Sollten die zurzeit angehäuften natürlichen Barrieren nicht ausreichen, plant das Umweltamt im Herbst weitere Sträucher neben den Sperren zu pflanzen, "damit man nicht einfach nur um die Barrieren herumläuft und im Nu so ein neuer Trampelpfad entsteht" sagt Wolf.

Neben dem Bewahren von Ruhezonen für die Tiere ist der Neurather See zudem auch gefährlich für den Menschen. "Es gibt hier unterschiedliche Strömungen", erläutert Wolf, "gelangt man beim Schwimmen plötzlich in eine viel kältere Schicht, kann dies Beinkrämpfe verursachen." Sollte dann keine Hilfe zur Stelle sein, kann es lebensbedrohlich werden. "Schließlich ist es am Neurather See relativ einsam." "Da bekommt wahrscheinlich niemand so schnell etwas von mit", ergänzt Andreas Burger, Ortsgruppenleiter der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Darüber hinaus warnt er vor weiteren nicht sichtbaren Gefahren im See wie etwa Schlingpflanzen oder dem zerklüfteten, felsigen Boden.

(NGZ)