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Grevenbroich: Barrensteiner in Sorge nach Brandserie

Grevenbroich : Barrensteiner in Sorge nach Brandserie

Nach dem Großbrand in Barrenstein – drei Lagerhallen auf dem Komphof waren in der Nacht zum Sonntag ein Opfer der Flammen geworden – ermittelt die Polizei die Ursache. Sie schließt Brandstiftung nicht aus.

Nach dem Großbrand in Barrenstein — drei Lagerhallen auf dem Komphof waren in der Nacht zum Sonntag ein Opfer der Flammen geworden — ermittelt die Polizei die Ursache. Sie schließt Brandstiftung nicht aus.

Ein Brandsachverständiger war gestern vor Ort. Der mittlerweile sechste Brand seit März im Bereich von Barrenstein ist Gesprächsthema — und die Frage, ob ein "Feuerteufel" sein Unwesen treibt.

Viele Bewohner sind besorgt. "Die Bevölkerung ist sehr verunsichert und ängstlich — wohl ist keinem im Dorf. Viele Menschen hier vermuten ganz stark, dass es sich um einen Serientäter handel", sagt Matthias Huth, Präsident des Bürgerschützenvereins Barrenstein.

Die meisten der bisherigen Brände hätten keine Gefahr für Menschen bedeutet, doch "bei dem Brand jetzt steht das Wohnhaus direkt an den Hallen — das ist richtig bedenklich", so Hutz, der feststellt: Die Leute im Ort sind nach den Bränden sensibler geworden, legen mehr Wert auf die Sicherheit." Auch Leo Oehmen aus Barrenstein, der 41 Jahre lang Feuerwehrmann war, sagt: "Vier Leute hier schlafen nicht mehr ruhig", so der Schwiegervater von Thomas Speldrich, der das Unternehmen zur Kartoffel-Lagerung auf dem Hof betreibt.

"Alles ist weg, nur das Wohnhaus steht noch. Ich weiß nicht, wie es weiter geht", sagte Thomas Speldrich (38) gestern. Die genaue Höhe des Schadens kann er noch nicht beziffern. "Er geht wohl in die Millionen, eine der Hallen war erst fünf, sechs Jahre alt."

75 Feuerwehrleute waren sechs Stunden im Einsatz. Die Brandursache stand gestern noch nicht fest: "Wir stecken mitten in den Ermittlungen, schließen Brandstiftung nicht aus", so Polizeisprecher Hans-Willi Arnold. Hinweise "auf einen oder mehrere Tatverdächtige" gab es gestern nicht.

Im Ort ist nach den vielen Bränden nach informationen der NGZ bereits von der Gründung einer Bürgerwehr die Rede. Seit drei Monaten muss die Feuerwehr immer wieder — nachts — nach Barrenstein ausrücken: Mitte März etwa stand ein 800 Quadratmeter großes Gewächshaus in Flammen. Mitte Mai brannte ein 300 Quadratmeter großer Reifenstapel an der B 59 im benachbarten Allrath, vor drei Wochen ein Scheunenanbaus auf dem Heyderhof — in keinem dieser Fälle schließt die Polizei Brandstiftung aus.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Juni 2011: Lagerhallenbrand in Grevenbroich

(NGZ)