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Grevenbroich: Banküberfälle belasten Polizeistatistik

Grevenbroich : Banküberfälle belasten Polizeistatistik

Zwei Banküberfälle – in Hemmerden und in der City – waren die wohl spektakulärsten Einsätze der Polizei 2012. Auch ein Trio, das unverschlossene Autos plünderte, und Betrüger sorgten für viele Straftaten in der Kriminalitätsstatistik.

Zwei Banküberfälle — in Hemmerden und in der City — waren die wohl spektakulärsten Einsätze der Polizei 2012. Auch ein Trio, das unverschlossene Autos plünderte, und Betrüger sorgten für viele Straftaten in der Kriminalitätsstatistik.

Eine Explosion in der Nacht ließ Hemmerdener aus den Betten hochfahren, 20 Autos wurden durch umherfliegende Trümmerteile beschädigt. Die Sprengung des Geldautomaten der Sparkassen-Selbstbedienungsfiliale genau heute vor einem Jahr und der Banküberfall eines aus Afrika stammenden Grevenbroichers auf die Commerzbank an der Karl-Oberbach-Straße im Juni waren die spektakulärsten Einsätze der Polizei 2012 in der Stadt. Und sie sind zwei der 4923 Straftaten, die in der Kriminalitätsstatistik registriert wurden. Dem 47 Jahre alten Bankräuber, der mit einer Schusswaffe in der Hand Geld gefordert hatte, gelang zunächst, trotz großangelegter Fahndung sogar mit einem Hubschrauber, die Flucht auf einem Mountainbike — bis er sich am Flughafen in Brüssel der Polizei gegenüber sah.

Die dreisten Täter in Hemmerden sind dagegen noch auf freiem Fuß. "Automatensprengungen gab's auch in anderen Städten, aber hier wurde eine überdimensionierte Menge Gasgemisch verwendet, die die Filiale und das Haus stark beschädigte", erklärt Theo Alt, Leiter der Kriminalpolizei in Grevenbroich. Eine Kamera filmte zwei maskierte Männer, die später mit eine silberfarbenen Golf wegfuhren.

Insgesamt sank die Zahl d er Straftaten im Stadtgebiet 2012 leicht um 13 Delikte, die Aufklärungsquote stieg um drei auf 54,5 Prozent. "Mit der Entwicklung insgesamt sind wir zufrieden. Wo es deutliche Anstiege gab, waren Serientäter am Werk, die wir ermitteln konnten", erläutert Bernhard Wöltgen, Leiter der Polizeiwache an der Lindenstraße. So hatte es eine Bande im Herbst auf Motorroller abgesehen, 27 Diebstähle werden ihr zu Last gelegt. Und im Oktober konnte eine Streifenwagenbesatzung ein Trio dingfest machen, das sich auf unverschlossene Autos im Raum Wevelinghoven spezialisiert hatte. "Die zwei 17-Jährigen und ein 19-Jähriger aus Grevenbroich haben aus den Autos Geld, Navis und anderes gestohlen", berichtet Theo Alt. Rund 130 Diebstähle werden den jungen Männern zur Last gelegt.

Eine seit Jahren zunehmende Deliktart sind Betrügereien — seit 2008 2008 hat sich die Zahl auf 1093 verdoppelt — Die Bandbreite reicht von nicht bezahlten Sendungen aus Internet-Auktionen bis zum Enkeltrick. "Opfer sind vor allem ältere Menschen. Die Täter bauen geschickt eine Legende auf, geben sich etwa als ein Enkel aus, der in Not ist und dringend Geld braucht", sagt Alt. Ganz anders gingen unbekannte Einbrecher in einem Supermarkt im Stadtgebiet vor. Sie hatten es nicht nur auf Diebesgut abgesehen, sondern lasen aus Geldkarten-Geräten Daten von Kunden-Debitkarten aus, um dann vom Ausland aus von den Konten Geld abzuheben. Rund 30 solche Fälle wurden gemeldet. "Die Kreditinstitute haben, soweit es uns bekannt ist, in allen Fällen, das Geld zurückerstattet."

Positiv: Die Zahl der Wohnungseinbrüche sank von 168 2011 auf 127. Und die Gewaltkriminalität — etwa Körperverletzung — blieb mit 130 Delikten (2011: 131) fast konstant. "Die verstärkte Präsenz von Polizei und Ordnungsamt bei Veranstaltungen sowie das Glasverbot wirken sich positiv aus", sagt Wöltgen. Zudem spreche die Polizei für bekannte Straftäter bereits im Vorfeld Betretungsverbote aus.

(NGZ/ac)