Grevenbroich: Bankräuber aus Rumänien?

Grevenbroich : Bankräuber aus Rumänien?

Nach der Sprengung eines Geldautomaten in Hemmerden ermitteln Spezialisten des Landeskriminalamtes. Die Experten untersuchen auch ähnliche Fälle, für die in der Vergangenheit Täter aus Rumänien in Frage kamen.

Die Spuren des brutalen Vorgehens vom vergangenen Freitag sind noch immer sichtbar: Frühmorgens hatten bislang unbekannte Täter in Hemmerden den Geldautomaten der dortigen Sparkassen-Filiale in die Luft gesprengt, der komplette Eingangsbereich des Gebäudes wurde weggerissen. Seitdem ermitteln Polizei und Landeskriminalamt, wer hinter dem Verbrechen steckt.

Möglicherweise führt die Spur nach Rumänien. "Wir hatten schon vor einigen Jahren mehrfach ähnliche Serien in Deutschland, bei der rumänische Täter am Werk waren", weiß Frank Scheulen vom Landeskriminalamt. Geldautomatensprengungen gab es zwischen 2005 und 2007 unter anderem in Bochum, Düsseldorf, Duisburg, Titz, Neukirchen-Vluyn, Lohmar, Sinzig und Mönchengladbach.

Im dortigen Stadtteil Wickrath hatten die Täter rund 100 000 Euro aus dem Automaten geraubt. Eine weitere Serie kam dann 2010 dazu. Damals betroffen: Banken und Sparkassen in Neuss, Roermond, Aachen, Stolberg, Krefeld und Willich. Auch dort machten die Täter reiche Beute, mehrere zehntausend Euro waren es jetzt in Hemmerden.

"Wir prüfen, ob ein Zusammenhang zwischen unserem aktuellen Fall und den früheren Serien besteht", sagt Diana Drawe, Sprecherin der Polizei im Rhein-Kreis. Der Tatvorgang in Hemmerden jedenfalls ähnelt den früheren Fällen. "Auch hier hatten die Täter jeweils ein Gasgemisch ins Innere der Automaten eingeleitet und sie so zur Explosion gebracht", so Frank Scheulen. Spurenexperten des LKA waren bereits am Freitag vor Ort, um Erkenntnisse zu erlangen. "Natürlich wird geschaut, ob hier ähnliche Täter am Werk waren."

Per Zufall hatten die Ermittler vor Jahren erfahren, dass für die Sprengung der Geldautomaten vor allem Täter aus Rumänien in Frage kommen. Bei einer Tat in Sinzig nämlich war einer der Täter durch die Explosion selbst schwer verletzt worden, ihn hatten seine Komplizen vor einem Krankenhaus abgeladen und waren geflüchtet. Später konnte die Bande festgenommen werden, die Zahl der gesprengten Geldautomaten ging schlagartig zurück. Einige Monate später wurden die Täter verurteilt, mittlerweile könnten sie wieder auf freiem Fuß sein.

Die Polizei hofft nun, dass aus der Tat in Hemmerden nicht erneut eine Serie wird — so wie 2010 in Neuss. Damals waren drei Geldautomaten in Holzheim und auf der Hammer Landstraße gesprengt und leer geräumt worden. Die Täter hatten dort jeweils nicht nur eine beträchtliche Beute gemacht, sondern auch einen enormen Sachschaden angerichtet — so wie jetzt am Kirchplatz in Hemmerden.

(NGZ/rl)
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