Grevenbroich: Bahnhof: Zwei Pläne für die Fahrrad-Anlage

Grevenbroich: Bahnhof: Zwei Pläne für die Fahrrad-Anlage

Die Stadt hat die Kosten zur Verlegung der umstrittenen Radständer ermittelt - und legt zugleich Pläne zur Erweiterung der Radstation vor.

Die Fahrradständer an der südlichen Seite des Bahnhofs hatten 2017 für erhebliche Diskussionen gesorgt. Nun befasst sich am Dienstag der Bauausschuss erneut mit dem Thema. Auf dem Tisch liegt neben einem Vorschlag der CDU auch ein Plan zur Erweiterung der von der Caritas betriebenen Radstation am Bahnhof.

Immer wieder hatten Anwohner kritisiert, dass die umstrittenen Fahrradständer Treff von Alkohol- und Drogenabhängigen sei. Drogen würden verkauft, Passanten angepöbelt. Die Anlieger forderten die Demontage der Ständer und deren Versetzung auf eine Fläche am Parkhaus-Eingang. Die CDU legte einen detaillierten Vorschlag vor: Die Anlage soll verschwinden, das Umfeld etwas attraktiver werden. Im Parkhaus soll eine eingehauste Abstellanlage installiert werden, vor dem Bahnhof sollen weitere Fahrradständer aufgestellt werden. Eine Entscheidung traf der Ausschuss im Dezember nach einem Ortstermin aber nicht. Die Verwaltung solle Kosten ermitteln und ein Konzept auf Basis der Vorschläge von Bürgern und CDU erarbeiten.

Nun legt die Verwaltung Zahlen vor. Die Realisierung der CDU-Vorschläge würde rund 20.000 Euro kosten, allerdings müsse noch das Parkhaus-Fundament geprüft werden. Doch die Verwaltung legt dem Ausschuss zugleich einen Vorschlag des Caritas-Verbandes zur Erweiterung der Radstation vor. Der liegt laut Stadt bereits seit 2015/16 vor, laut dem Verband wurden gemeinsam Pläne erarbeitet.

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Vorgesehen ist, das Gebäude der Radstation zwischen Bahnhofseingang und Parkhaus um die Fläche der überdachten Fahrradständer davor baulich zu erweitern. "Die Idee war, dass wir die vorhandene Überdachung nutzen und darunter einen Glaskörper für überdachte Fahrradstellplätze errichten", erläutert Dirk Jünger, Abteilungsleiter bei der Caritas. Mit dieser Lösung könnten die vielen "Fahrradleichen" in der heute frei zugänglichen Anlage vermieden werden. Zudem befürchtet die Caritas, dass diese Fläche neuer Treffpunkt mit Problemen werden könnte. Beim Ortstermin hatte Jünger bereits angeregt, die Radstation "in die Einhausung einzubeziehen".

Für die Fläche im Parkhaus, auf der die CDU die eingehauste Abstellanlage vorsieht, schlug die Caritas die Errichtung einer Fahrrad-Werkstatt für kleinere Reparaturen vor. "Im bisherigen Gebäude können wir sie aus Arbeitsschutzgründen nicht einrichten, da eine Heizung fehlt", sagt Jünger. Laut Verwaltung würde die Erweiterung der Radstation rund 300.000 Euro kosten. Zuschüsse von bis zu 62 Prozent seien möglich. Sie schlägt dem Ausschuss vor, in den "Meinungsbildungsprozess einzusteigen".

CDU-Faktionschef Wolfgang Kaiser ist verwundert, "dass jetzt dieser Plan auf den Tisch gelegt wird". Und er erklärt: "Wir sind gegen die Erweiterung der Radstation. Auch bei maximalen Zuschüssen würden mehr als 110.000 Euro zu zahlen sein, das Geld habe die Stadt nicht. "Wir wollen eine schnelle, kurzfristige Lösung", betont Kaiser.

(NGZ)