Bahnhof: Stadt Grevenbroich lehnt Reduzierung von Behinderten-Plätzen ab

Diskussion in Grevenbroich : Behinderten-Plätze sollen bleiben

CDU hakte nach, wie viele Autostellplätze für Behinderte am Bahnhof nötig sind.

Wie viele Behinderten-Parkplätze sind am Bahnhof nötig – diese Frage war bereits vor sieben Jahren diskutiert worden und beschäftigt nun erneut des Stadtverwaltung und am nächsten Donnerstag, 6. Juni, den Bauausschuss. Den Anstoß dazu gab CDU-Fraktionschef Wolfgang Kaiser. „Anwohner stellen fest, dass die Behindertenstellplätze am Bahnhof nur selten genutzt werden“, erklärt Kaiser. Er bat die Verwaltung zu prüfen, wie viele Stellplätze es im Umfeld des Bahnhofs gibt und wie viele notwendig seien. „Wir möchten die notwendige Anzahl erhalten und die übrigen allen Autofahrern zugänglich machen“, sagt der CDU-Ratsherr. Die Stadtverwaltung will aber „die Zahl der Behindertenparkplätze ohne weiteres nicht verändern“, erklärt Beigeordneter Florian Herpel.

Die Frage, wie viele Stellplätze für Behinderte – nicht nur am Bahnhof – erforderlich sind, hatte 2012 zum Streit zwischen der damaligen Behindertenbeauftragten Charlotte Häke und dem damaligen Bauausschussvorsitzenden Wolfgang Latzel geführt. Dieser hatte ebenfalls auf Beschwerden von Bürgern hingewiesen, dass Stellplätze für Behinderte oft leer seien, während andere länger einen freien Platz suchen müssten. Häke hatte entgegnet, dass es in Grevenbroich zu wenige Abstellplätze für Autos von Behinderten gebe, und die vorhandenen würden oft noch von anderen zugeparkt.

Beigeordneter Florian Herpel weist jetzt darauf hin, dass 2012 die Zahl der Schwerbehindertenparkplätze am Bahnhof mit Charlotte Häke abgestimmt und vom Bauausschuss festgelegt worden sei. Im Bereich des Grevenbroicher Bahnhofsvorplatzes waren aus mehreren schmalen Plätzen ausreichend breite entstanden, insgesamt stehen vier zur Verfügung. Ein Stellplatz dort sowie zwei im Parkhaus am Bahnhof wurden damals aufgegeben.

Die Zahl der sieben Plätze auf der Park-and-Ride-Anlage an der Merkatorstraße könne nicht ohne Weiteres reduziert werden, weil die Anlage mit Fördermitteln finanziert worden sei. Die Zweckbindung laufe 2035 aus. „Bereits 2012 hat die Behindertenbeauftragte darauf hingewiesen, dass Grevenbroich in Bezug auf die Quote für Behindertenparkplätze einen der hinteren Ränge in NRW einnimmt, so dass eine weitere Reduzierung nicht das Ziel sein sollte“, erklärt Herpel in der Vorlage für den Ausschuss.

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