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Grevenbroich: Bahnhof deutlich aufgewertet

Grevenbroich : Bahnhof deutlich aufgewertet

Die meisten Kunden sind mit dem jetzt verschönerten und modernisierten Bahnhof in Grevenbroich zufrieden. Vor allem die automatisch öffnende Tür kommt gut an. Kritik gibt's allerdings für den hellen Bodenbelag.

Die Verschönerungs- und Modernisierungsmaßnahmen am Grevenbroicher Bahnhof sind abgeschlossen: Nach knapp zwei Monaten Bauarbeiten im Vorraum sind die letzten Gerüste verschwunden. Neben einem generell freundlicheren Ambiente soll der Bahnhof jetzt auch behindertenfreundlicher und schöner sein. Rund 300 000 Euro hat die Bahn dafür investiert. Das Projekt stand unter dem Motto "Licht und Farbe". Bei den Kunden kommt dies größtenteils an.

Giuseppe Lacagnena ist allerdings nicht begeistert. Der 63-Jährige ist fast jeden Tag am Bahnhof und findet: "Die Bahn hat hier nichts gemacht. Ein bisschen Farbe, den Fahrkartenautomaten verschoben, das war's." Besonders ärgert ihn, dass die alten Türen wieder eingebaut wurden — schließlich sei vorgesehen gewesen, dass es neue Türen gebe. Ein Sprecher der Deutschen Bahn erklärte gestern auf NGZ-Nachfrage, dass der Einbau neuer Türen nicht geplant gewesen sei. "Die alten Türen wurden aufgearbeitet und sind wieder eingebaut worden. In der mittleren von den drei Türen wird noch eine Türautomatik eingebaut."

Lacagnenas Unzufriedenheit teilen viele Bürger nicht. Frank Büttner zum Beispiel bewertet den renovierten Bahnhof als sinnvolle Investition. "Das Ambiente passt: Jetzt fühlt man sich hier nicht mehr so unwohl wie früher." Der 22-Jährige fährt häufig mit dem Zug nach Grevenbroich. "Bisher gab es als Sitzgelegenheit nur eine Holzbank ohne Lehne. Da sind die Sitzgelegenheiten inzwischen viel besser."

Worüber sich jedoch viele Bahnkunden ärgern, ist der neue Boden. Karl-Heinz Hahnbück findet: "Man hätte besser einen anderen Belag genommen. Der helle Belag sieht zu schnell wieder heruntergekommen aus." Außerdem ärgert sich der 48-Jährige, der den Service-Store im Bahnhof betreibt, darüber, dass der Bahnhof immer noch ohne Toilette ist. "Ab 10 Uhr kann man in die Gaststätte nebenan gehen — jeder, der außerhalb der Öffnungszeiten der Gaststätte auf die Toilette muss, hat Pech gehabt", sagt er.

Das sei für ihn das größte Manko am Bahnhof. Er sieht dabei nicht nur die Bahn, sondern auch die Stadt in der Verantwortung. Karl-Heinz Hahnbück kriegt die Meinung vieler Kunden mit. "Meine Stammkundschaft ist vom neuen Bahnhof dennoch begeistert", betont er.

Neue Türen hin, alte Türen her — den Umbau bewertet er positiv. Es komme darauf an, dass die mittlere Tür automatisch öffne. Das dürfte vor allem Rentner und Personen mit Kinderwagen freuen, die in der Vergangenheit oft Probleme hatten, die schweren Eisentüren zu öffnen, um in den Bahnhof zu gelangen.

(schm-)