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Grevenbroich: Bäckerei Erschfeld: Insolvenz bedeutet nicht das Aus

Grevenbroich : Bäckerei Erschfeld: Insolvenz bedeutet nicht das Aus

Das traditionsreiche Familienunternehmen Erschfeld hat Insolvenz angemeldet. Das bestätigte Ralf Gormanns, Ehemann von Geschäftsführerin Renate Gormanns. Allerdings handele es sich um eine so genannte Planinsolvenz. Eine Fortführungsprognose sei erstellt worden. "Das bedeutet: Es wird die Bäckerei Erschfeld auch in Zukunft geben. Allerdings muss das Unternehmen verkleinert werden", sagte Ralf Gormanns.

Die ersten Filialen wurden bereits geschlossen. Als erste traf es zum Jahresende die Zweigstelle in Neuss-Grimlinghausen. Zum 30. Juni soll auch die Filiale am Marktplatz in Wevelinghoven schließen.

Das in Langwaden ansässige Unternehmen betreibt derzeit neun Filialen und hat 84 Angestellte. Bekannt ist die Firma auch durch ihre Lieferungen: Die Wagen, mit denen Backwaren von Tür zu Tür gebracht werden, sind weiterhin im Rhein-Kreis unterwegs. "Für unsere Kunden bleibt alles beim alten", sagt Gormanns. Auf wie viele Filialen das Unternehmen verkleinert werde, sei noch nicht absehbar.

Die Bäckerei Erschfeld war dadurch in Bedrängnis geraten, dass vor allem Mietverträge in Edeka-Märkten nicht verlängert wurden. "Die Kette strukturiert derzeit ihr Filialsystem neu und bringt dort eigene Bäckereien ein", erklärt der Insolvenzverwalter Paul Fink aus Düsseldorf.

Ziel ist der Erhalt der Firma

Der damit für die Firma Erschfeld verbundene Umsatzrückgang müsse mit einer Kosten- und Personalreduzierung aufgefangen werden. Wie viele Mitarbeiter davon betroffen sein werden, steht noch nicht fest, betont Fink. Sein Ziel ist es, die Traditionsbäckerei Erschfeld zu restrukturieren, im Juni will er diesen Prozess weitgehend abgeschlossen haben. "Für Kunden und Lieferanten werden sich in dieser Zeit keinerlei Änderungen ergeben. Das Unternehmen ist weiterhin am Markt tätig", bekräftigt Fink.

Der Grundstein für die Bäckerei Erschfeld wurde vor mehr als 130 Jahren gelegt. Mit Pferd und Kutsche wurden früher die umliegenden Dörfer mit Schwarz-, Grau- und Feinbrot, Flechtwerk, Apfeltorte und Streuselkuchen versorgt. Diese Tradition hat die Bäckerei Erschfeld bis zum heutigen Tag aufrecht erhalten — für den Direktvertrieb hat das Familienunternehmen zwölf Fahrzeuge im Einsatz.

(NGZ)