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Grevenbroich: Bad soll am Schloss bleiben

Grevenbroich : Bad soll am Schloss bleiben

Am 15. September werden im Arbeitskreis "Bad" die Pläne für das neue Schlossbad vorgestellt. Während die FDP bei einem Neubau Probleme mit dem Planungsrecht sieht, setzen sich CDU und SPD für den Standort Altes Schloss ein.

Die FDP will die Standort-Diskussion um das Schlossbad wiederaufgreifen — ihr Vorstoß nach einer neuen Adresse am Hagelkreuz macht die Liberalen aber einsam. So sollen sich CDU und SPD bereits über das mögliche Aussehen des neuen Schwimmbads geeinigt haben; ein Umzug gehört aber nicht dazu.

Auch CDU-Stadtverbands-Chef Benedikt Jerusalem (49) kritisierte im Gespräch mit der NGZ: "Dass die FDP jetzt wieder eine Standortdiskussion führen will, ist vollkommen falsch." Wichtig sei es gleichwohl, sich Gedanken über notwendige Investitionen in das Bad zu machen.

Am 15. September werden im Arbeitskreis "Bad" Kostenanalysen vorgestellt — auf den Tisch legen wird sie das GWG als möglicher Investor und Betreiber. Und so könnte das neue Bad aussehen: ein niedrigere Neubau mit einem 25-Meter-Becken ersetzt das Hallenbad, ein Strömungskanal die heutige Rutsche. Zudem soll das 50 Meter große Freibad-Becken verkleinert, die Wiese mit Ruhe und Spielzonen gestaltet werden. Auch der Wunsch vieler Menschen nach einem neuen Saunabereich — etwa beim NGZ-Mobil oder zuletzt am "heißen Draht" geäußert — könnte erfüllt werden.

"Es ist richtig, dass wir uns jetzt über die Zukunft des Bades Gedanken machen", sagt Benedikt Jerusalem. Nichts wäre schlimmer, als wenn man vielleicht in "vier oder fünf Jahren" feststellen würde, dass das Bad marode ist. Und in einer Stadt wie Grevenbroich müsste den Menschen ein Schwimmbad geboten werden — und nicht nur Lehrschwimmbecken.

Auch die "Linke/Freie Bürger Grevenbroich" lehnt die Standort-Diskussion der Liberalen vehement ab: "Die Sanierung oder der Neubau sollte an gleicher Stelle erfolgen, da sich dieser Standort seit vielen Jahrzehnten bewährt hat", so deren Vorsitzender Thomas Bovermann.

Er erinnerte daran, dass "im Jahr 2000/2001 diese Diskussion bereits einmal mit dem damaligen Bürgermeister Theo Hoer (CDU) geführt worden sei"; auch Hoer habe damals eine Schwimmstätte am Hagelkreuz bauen wollen. Diese Pläne seien an den Kosten gescheitert. "Wir müssen jetzt endlich Nägel mit Köpfen machen, sonst haben wir vielleicht in Zukunft gar kein Bad mehr", so Bovermann und sein Fraktionskollege Walter Rogel-Obermanns.

"Nägel mit Köpfen machen"

Warum die Grevenbroicher FDP die Standort-Frage wieder aufgegriffen hatte: Sie sieht die neuen Plänen an der bisherigen Adresse am Alten Schloss als "problematisch" an. "Vor weiteren Planungen muss geklärt werden, ob die Pläne am Schloss überhaupt genehmigungsfähig sind", hatte der planungspolitische Sprecher der Liberalen, Karl-Heinz Wolf, gegenüber der NGZ erklärt.

(NGZ/rl)