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Grevenbroich: Bad: "Asbest-Gefahr gebannt"

Grevenbroich : Bad: "Asbest-Gefahr gebannt"

Der Abriss des Gustorfer Hallenbades hat gestern begonnen. Das sorgt für Unruhe. Anwohner fürchten um ihre Gesundheit, denn in dem Gebäude befinden sich Schadstoffe. Die Stadt sagt: Es besteht keine Gefahr.

Der Bauzaun ist errichtet worden, im Inneren der seit gut einem Jahrzehnt leerstehenden Freizeitstätte haben die ersten Arbeiten begonnen. In den nächsten Monaten wird das Hallenbad an der Hünselerstraße in Gustorf dem Erdboden gleich gemacht. Das sorgt aktuell für Unruhe in der Umgebung. Denn vielen Anliegern ist noch gut in Erinnerung, dass die Stadt im Jahr 2006 ein Gutachten zum Bad erstellen ließ. Nach dieser Expertise befinden sich Stoffe in dem Gebäude, die gesundheitsgefährdend sind – darunter Asbest.

Besteht hier eine akute Gefahr für die Nachbarn, zu denen auch die Grundschüler gehören? "Nein", sagt der städtische Dezernent Claus Ropertz. Denn die 2006 ausgemachten Schadstoffe befänden sich ausschließlich im Inneren des Gebäudes, das in den nächsten Wochen vollständig entkernt werde. "Hauptsächlich geht es dabei um Lüftungsrohre aus Asbestzement und Dämmwolle aus künstlichen Mineralfasern", erklärt Gerd Schmitz. Der Diplom-Geologe von der Neusser Firma "Terra Umwelt-Consulting" wird als Bauleiter die Abrissarbeiten überwachen und dokumentieren. Er versichert: "Für die Anlieger besteht keine Gefahr."

Rohre und Dämmstoffe würden "ohne Ausnahme" im Inneren des Bades von speziell ausgerüsteten Mitarbeitern demontiert und anschließend luftdicht in Folie verpackt. "Da wird keine Faser nach draußen dringen", erläutert Dirk Schwarz, Leiter des städtischen Gebäudemanagements: "Derart eingehüllt, kann das Material in die bereitstehenden Container geladen und anschließend zur Deponie nach Grefrath transportiert werden." Erst wenn das Bad komplett entkernt sei – voraussichtlich in zwei bis drei Wochen –, werde der Hydraulikbagger anrücken, um das Mauerwerk einzureißen.

Der dabei auftretende Staub sei ungefährlich, unterstreicht Claus Ropertz: "Vor der Auftragsvergabe haben wir ein Ergänzungs-Gutachten erstellen lassen. Das belegt: In der Gebäudehülle befinden sich keinerlei Schadstoffe." Es handele sich ausschließlich um mineralischen Bauschutt, von dem zwischen 1500 bis 2000 Kubikmeter anfallen würden.

Die Stadtverwaltung plant für heute eine Postwurfsendung in die betroffenen Haushalte rund um das Hallenbad. "Wir wollen den Gustorfern damit die Sorgen vor Gesundheitsgefahren nehmen", erklärt Ropertz. Gleichzeitig wird über den Ablauf der Arbeiten informiert, die spätestens Anfang April abgeschlossen werden sollen. "Bis dahin wird es aber hin und wieder unangenehm werden", kündigt der Dezernent an: "Denn der Abbruch des alten Bades wird ganz sicher mit Lärm verbunden sein."

(NGZ)