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Grevenbroich: Autozulieferer zieht ins Industriegebiet Ost

Grevenbroich : Autozulieferer zieht ins Industriegebiet Ost

Zwei Leerstände sollen verschwinden: Fürs Schlecker-Lager wird ein Käufer gesucht, das Areal mit der "Kartoffelhalle" ist bereits verkauft.

Das Industriegebiet Ost steht vor Veränderungen. Die frühere "Kartoffelhalle" an der Benzstraße hat einen neuen Eigentümer: Die Rupf Industries-Gruppe, die mit der Firma KHT Fahrzeugteile bereits in Kapellen präsent ist, will dort eine Produktionsstätte für Autoteile errichten. Für einen anderen großen Leerstand gibt's noch keinen neuen Nutzer. Das Logistik-Center der insolventen Drogeriemarktkette Schlecker mit 10 500 Quadratmetern Lagerfläche steht noch zum Verkauf.

Für die "Kartoffelhalle" aber steht nach einer Zwangsversteigerung die Zukunft fest: Sie soll abgerissen werden und einem Neubau weichen. "In Zeiten des kalten Krieges wurden dort Kartoffeln für Krisenzeiten gelagert. In den vergangenen Jahren stand die Halle oft leer", erklärt Ulrich Held, Wirtschaftsförderer bei der Stadt. "Wir freuen uns, dass für das Grundstück ein neuer Nutzer gefunden wurde, der bereits in Grevenbroich produziert."

Die Unternehmensgruppe Rupf Industries ist mit 550 Mitarbeitern und 85 Millionen Euro Jahresumsatz als Autoteilezulieferer für die Pkw-, Lkw- und Landmaschinen-Industrie aktiv, aber auch im Maschinenbau und Hydraulik-Bereich tätig. Zu den Kunden zählen namhafte Unternehmen von Siemens über Audi, Volkswagen und Daimler-Benz bis zur Deutschen Bahn. In Kapellen fertigt das Tochterunternehmen KHT etwa Zubehörteile für Beleuchtung und Luftfedersysteme, aber auch Komponenten für Schaltungen und Getriebe. Die Firma beschäftigt 120 Mitarbeiter in Grevenbroich und Dortmund.

Der Standort Am Schellberg bleibt laut Matthias Rupf (37), Geschäftsführender Gesellschafter bei Rupf Industries und KHT, erhalten. "Wir bauen dort eine neue Lagerhalle." Für die weitere Expansion würden allerdings Flächen fehlen. Deshalb kommt der Standort an der Benzstraße hinzu: Auf der einen Hektar großen Fläche soll das Unternehmen Rupf Automotive Komponenten für Getriebe und Motoren für Pkw und Lkw herstellen, erklärt Rupf. Details nennt er noch nicht.

Bei der Standortsuche hatte die Wirtschaftsförderung geholfen. Nun hofft Ulrich Held, dass sich auch das frühere Schlecker Logistik-Center an der Lise-Meitner-Straße wieder mit Leben füllt. Nachdem Schlecker im Januar Insolvenz angemeldete, hatten 114 Mitarbeiter des Centers im Juli ihren letzten Arbeitstag. Die Vermarktung der Logistik-Immobilien von Schlecker übernimmt das Unternehmen Jones Lang LaSalle in Frankfurt. "Wir führen Gespräche mit mehreren Interessenten aus dem Logistik-Bereich", erklärt dort Stefan Langner. "Im Mittelpunkt steht der Verkauf der Halle — allein oder mit den anderen zusammen. Möglich ist aber auch eine Vermietung."

(NGZ/ac)