Ausstellung über Wolfsdarstellungen in der Villa Erckens in Grevenbroich eröffnet

Villa Erckens in Grevenbroich : Ausstellung eröffnet: Wölfe in Mythos, Märchen und Geschichten

Einige der Exponate waren schon im Richard-Wallraff-Museum in Köln zu sehen. Sie stammen aus der Sammlung des österreichischen Volkskundlers Burghart Häfele.

 Der Wolf ist wieder da: Er war jüngst sogar im Kreis Wesel, gut 70 Kilometer von Grevenbroich entfernt, gesichtet worden. „Damit tauchen auch alte Angstbilder wieder auf“, gab Thomas Wolff, Fachdienstleiter des Museums der Niederrheinischen Seele, Villa Erckens, zu verstehen. Er eröffnete die Ausstellung „Unter Wölfen - Mythos, Märchen und Geschichten“. Einige der Exponate waren schon im Richard-Wallraff-Museum in Köln zu sehen. Sie stammen aus der Sammlung des österreichischen Volkskundlers Burghart Häfele. Den Kontakt hatte Mariele Petersen-Garborini, die 36 Jahre lang am Erasmus-Gymnasium Kunst unterrichtet hatte, hergestellt. Die Ausstellung spiegelt die Kulturgeschichte eines Tieres wider, das seit jeher eher als etwas Negatives wahrgenommen worden ist.

Der Kupferstich ist besonders stark vertreten. Ein großes Thema der Ausstellung ist die Verwandlung des Königs von Arkadien in einen Wolf. Die Bilderfolge mündet in folgendes Motiv: Der zum Wolf gewordene König flieht aus einem offenbar vom Blitz getroffenen Haus. Die Verwandlung durch Zeus erfolgte, nachdem der König ihm Menschenfleisch als Speise vorgesetzt hatte.

Positiver ist das Image der Wölfin, die Romulus und Remus stillt – ein bekanntes Motiv. Walther Klemm (1883 bis 1957) zeigt Wölfe, die Hirsche jagen und Johann Elias Ridinger (1698 bis 1767) setzt Wölfe so in Szene, wie sie besonders gefürchtet sind: Als Rudel. Voller Dynamik ist das einzige Aquarell in der Ausstellung: Wilhelmine Zettler, die im Ersten Weltkrieg Bilder von der Front malte, zeigt ebenfalls den Wolf als bösen Angreifer, der einem Pferdeschlitten hinterherjagt. In Form von Fahnen hängen etliche Fabeln von Aesop von der Decke herab wie die vom Wolf und Kranich: Auch hier ist der Wolf alles andere als ein Sympathieträger.

Mariele Petersen-Garborini sagte zur Ehrenrettung des Wolfes: „Er gilt auch als Tier mit ausgeprägtem Gemeinschaftsgefühl und Familienbewusstsein – und als ordentlich.“

Die Ausstellung ist mittwochs, donnerstags, samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr, freitags von bis 13 Uhr noch bis zum 25. August geöffnet.

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