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Ausstellung in Grevenbroich: Tiefgründige Kunstwerke aus Holz

Ausstellung in Grevenbroich : Tiefgründige Kunstwerke aus Holz in der Versandhalle

„Ist der Himmel nur blau?“, heißt die Ausstellung mit Werken von Christina Althaus und Joachim Conrad, die gestern in der Versandhalle auf der Stadtparkinsel eröffnet wurde. Die Intention hinter den Kunstwerken ist tiefgründig.

Das Künstler(ehe)paar hat eine klare Aufgabenverteilung: Sie ist für die Bilder zuständig, er für die Skulpturen. Aber keine Regel ohne Ausnahme: Von Christina Althaus stammt auch die Installation „Hope“.

Dass Joachim Conrad Architekt ist, spiegeln viele seiner Exponate wider, vor allem natürlich die kleinen Häuser aus Holz. Dass der 86-Jährige – dem man sein Alter übrigens bei weitem nicht ansieht – Formen so weit es geht vereinfacht, wird am Beispiel dieser Holzhäuser besonders deutlich. Das Haus ist für ihn ein Zufluchtsort, in guten wie in schlechten Zeiten. Unzählige Flüchtlinge haben ihre Häuser verlassen, um in fernen Ländern ihr Glück zu finden, in Sicherheit leben zu können.

Das symbolisiert Christina Althaus mit ihrem Holzboot, das in der Versandhalle auf Grund gelaufen zu sein scheint. In ihm sind die sorgfältig gepackten Bündel zu sehen, die jeder von uns, ob Flüchtling oder nicht, zu tragen hat. An der langen Wand ohne Fenster hängen 15 ihrer Horizonte-Bilder mit ganz viel Weiß, ein wenig Schwarz und einem Hauch von Rosa – diese Farbe könnte einen Hoffnungsschimmer stehen, der die Flüchtenden begleitet. Während der Pandemie hat die 66-Jährige auch mal mehr Farbigkeit gewagt, Rot und Gelb kamen hinzu als Kontrapunkte zur Corona-Tristesse.

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Neu entstanden sind vor kurzem die Himmelsbilder. „Der Himmel verbindet alle Menschen, das gibt ihnen Hoffnung“, sagt die Künstlerin. Die Wolken stehen für die permanente Bewegung, für ständige Veränderung, was vor allem für Diejenigen ein Trost ist, die gerade nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Bei Joachim Conrad haben nur die Häuser diese kantige Form. Sie erinnert an den Architekten in ihm. Die meisten anderen Skulpturen bestehen zwar ebenfalls wie seine Häuser aus Holz, weisen aber organische Formen auf.

Da ist zum Beispiel eine Holzstele, die sich nach oben hin verjüngt wie ein überdimensionaler Grashalm, der aus dem Boden sprießt. Die Grashalme aus Metallstäben verkörpern das Prinzip des Wachsens besonders gut. Eine Skulptur besteht aus Carrara-Marmor. „Das ist ein Material, mit dem bereits Michelangelo gerne arbeitete“, erzählt der Künstler. In der Versandhalle präsentiert er eine Halbkugel, die dazu animiert, in Bewegung versetzt zu werden. Sie schaukelt dann eine Weile hin und her, um dann wieder zur Ruhe zu kommen, was durchaus als Metapher verstanden werden kann, als die Ruhe nach dem Sturm.

Die Ausstellung „Ist der Himmel nur blau?“ ist bis zum 24. Oktober samstags und sonntags von 13 bis 16 Uhr geöffnet.