Grevenbroich: Ausstellung erinnert an die Gartenschau

Grevenbroich: Ausstellung erinnert an die Gartenschau

Stadt und Sparkasse haben eine gemeinsame Ausstellung entworfen. Sie erinnert an das Großereignis vor 20 Jahren. Vieles von dem, was damals neu geschaffen wurde, ist längst zur Selbstverständlichkeit in Grevenbroich geworden.

Warum sich "Beni" nur mit einem "n" schrieb, bleibt bis heute ein Geheimnis. Der mannshohe Biber mit dem drolligen Kurznamen war 1995 das Maskottchen der Landesgartenschau (LGS) und hat sich mit Blickrichtung in zig-tausende Fotoapparate halb tot gewunken. Das pelzige Kostüm ist bis heute erhalten geblieben, nun steht es in der Sparkasse und ziert die Ausstellung "Ansichtssachen". Mit vielen Fotos und Werbeartikeln erinnert sie an das Großereignis vor 20 Jahren, das mehr als eine Million Menschen nach Grevenbroich zog.

Die Gartenschau hat aber nicht nur die Stadt bekannter gemacht. "Sie war auch der Motor für die Entwicklung unserer Kommune", sagte Ursula Kwasny bei der Eröffnung der Ausstellung. Die Bürgermeisterin erinnerte etwa an die Beseitigung der Bahnübergänge, den Bau der Spielspinne und der Erft-Promenade und an die Apfelwiese, die heute ein beliebtes Ausflugsziel ist. "Die Gartenschau hat eine Vielzahl von Einrichtungen hinterlassen, die für uns nach 20 Jahren zum Alltag gehören", resümierte Kwasny.

Gerd Lübben war Geschäftsführer der Landesgartenschau-Gesellschaft. Das Maskottchen "Beni Biber" gehörte zu seinen treuen Begleitern. Foto: L. Berns

Zur Vernissage hatte die Bürgermeisterin gemeinsam mit Sparkassenvorstand Heinz Mölder etliche Gäste eingeladen, die bei der Realisierung des Großprojekts eine wichtige Rolle gespielt hatten. Dazu zählte etwa Anton Krenzle aus Kaarst, der seinerzeit im Auftrag des Landwirtschaftsministeriums für die Gartenschauen in NRW verantwortlich war. Oder Gerd Lübben, der als Geschäftsführer der LGS-Gesellschaft agierte. Auch der ehemalige Stadtdirektor Heiner Küpper und der damalige Bürgermeister Erich Heckelmann schwelgten angesichts vieler alter Fotos und Dokumentationen in Erinnerungen.

Die Stadt dürfe sich aber nicht auf den Lorbeeren der Gartenschau ausruhen, die Entwicklung müsse weitergehen, sagte Ursula Kwasny. Die Bürgermeisterin geht davon aus, dass in den nächsten Jahren mit Hilfe des "Integrierten Stadtentwicklungs-Konzepts" weitere Sanierungsprojekte zwischen dem Bahnhof und dem Schlossstadion angeschoben werden können. Die Zukunftsformel Grevenbroichs könne nach Kwasnys Meinung nur "E3" heißen: Erft, Energie, Entwicklung.

"Mit diesen drei Elementen werden wir unsere Attraktivität als Einkaufsstadt und Naherholungsziel erhalten", sagte die Bürgermeisterin. Es gelte einerseits, die Arbeitsplätze in Kraftwerken und Tagebau zu erhalten, andererseits aber auch neues Gewerbe und Industrie anzusiedeln, um für die Zeit nach der Braunkohle gewappnet zu sein.

Vieles von dem, was zur Landesgartenschau die Besucher begeisterte, ist längst verschwunden - so fielen etwa die prächtigen Blumenfächer nahe der Villa Erckens der Haushaltssanierung zum Opfer. "Die Parkpflege ist für viele ehemaligen Landesartenschau-Städte ein Riesenproblem", sagt Anton Krenzle. Clever hätten es etwa die Rheda-Wiedenbrücker gemacht. Nach der Gartenschau (1988) wurde dort die "Flora Westfalica GmbH" gegründet, die sich nicht nur um die dauerhafte Pflege der Anlagen kümmert, sondern auch um das Stadtmarketing - und das mit Erfolg. Das Ausflugs- und Kulturprogramm der GmbH wurde alleine im Vorjahr von mehr als 15 000 Besuchern angenommen.

(NGZ)
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