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Grevenbroich: Ausschuss: Obdachlosenheim soll in Noithausen bleiben

Grevenbroich : Ausschuss: Obdachlosenheim soll in Noithausen bleiben

Das Obdachlosenheim am Rittergut in Noithausen soll erhalten bleiben. Das war einhelliger Tenor im Sozialausschuss. Eine Verlagerung der Bewohner nach Frimmersdorf kommt für das Gremium nicht in Frage.

Die Schlichtwohnungen stehen auf einem Gelände, das als Gewerbegebiet ausgewiesen ist und das die Stadt künftig vermarkten möchte. Vor diesem Hintergrund warnte Sozialdezernent Claus Ropertz davor, dass ein Abriss des letzten städtischen Obdachs nicht ohne Ersatz möglich sei. Im Fall des Falles müsse ein neuer Standort gefunden werden. "Der Pfad der Alternativen ist allerdings extrem schmal", unterstrich Ropertz. Sein Vorschlag: Ein in Leichtbauweise erstellter Ersatzbau in Frimmersdorf, falls das Gebäude in Noithausen zur Disposition stände.

Womit sich Edgar Uebber (CDU) nicht einverstanden zeigt: "Nachdem diese Alternative bekannt wurde, schlagen die Wogen in Frimmersdorf extrem hoch. Die Leute dort sind tief enttäuscht von der Stadtverwaltung", erklärte er.

Das wusste auch Rolf Göckmann (Aktive Bürger) zu berichten: "Einer Alternative in Frimmersdorf kann ich daher nicht zustimmen." Sein Appell: "Es sollte die Aufgabe eines Sozialausschusses sein, für den Erhalt des Hauses am alten Standort zu kämpfen."

Diese Marschrichtung hatte Ausschussvorsitzende Martina Suermann bereits zum Beginn der Diskussion vorgegeben: "Ist es überhaupt notwendig, das Gebäude abzureißen? Das Gelände ist groß, es sollte so parzelliert werden, dass die Unterkunft auch bei einer Vermarktung des Areals stehen bleiben kann", betonte die SPD-Frau. Dem stimmte Karl-Heinz Wolff (FDP) zu — sein Vorschlag: "Die Stadtverwaltung soll prüfen, ob das Obdach bei einer Vermarktung stehen bleiben kann. Es macht keinen Sinn, das Haus und die Bewohner in einen anderen Ort zu transferieren, das bringt nur Probleme mit sich." Der von Wolff vorgeschlagene Prüfauftrag wurde einstimmig vom Ausschuss verabschiedet.

Die Unterkunft wurde 1972 gebaut und vor drei Jahren gründlich saniert. Das Haus hat insgesamt 21 Zimmer und Gemeinschaftsduschen im Keller. Zurzeit leben dort elf Männer, drei Frauen und ein Kleinkind. Der größte Teil der Bewohner steht unter Betreuung und ist nicht in der Lage, seine Angelegenheiten selbständig zu regeln.

(NGZ/rl)