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Ausbauplanung zur Gehweg- und Straßensanierung Ärgernis in Grevenbroich

Straßenbaumaßnahmen in Neuenhausen sorgen für Ärger : Sechs Linden und ein Riesenchaos

Das Wurzelwerk der Bäume breitet sich aus. Gehwegdecke und Straße müssen erneuert werden – die Frage ist: wie?

„Was die Verwaltung hier vorhat, ist vollkommen realitätsfremd“, holen Helene und Heinz Pesch tief Luft über ein aus ihrer Sicht „verkehrsplanerisches Desaster“. Austragungsort ist die Willibrordusstraße im Abschnitt zwischen Hauptstraße und Ahornstraße.

„Der Gehweg ist erneuerungsbedürftig“, fasst Rathaussprecher Stephan Renner in wenigen Worten zusammen, was seit Jahren eine große Debatte bei den Anwohnern auslöst. Stein des Anstoßes sind sechs Linden und deren Wurzelwerk. Das wächst und gedeiht prächtig, breitet sich also aus und hebt die Gehwegdecke. Wer hier mit Kinderwagen oder Rollator entlang möchte, hat es schwer. „Aber alle Maßnahmen, die bislang ergriffen wurden, sind nur Flickschusterei“, erklären die Eheleute Pesch und die Nachbarn Johann Krausen und Peter-Josef Flahs ergänzen: „Auch wenn die Baumscheiben jetzt wieder erweitert würden, hindert das die Wurzeln nicht daran, weiter zu wachsen“.

Bereits seit Herbst 2016 debattieren die Anwohner der Willibrordusstraße mit Bürgermeister und Verwaltung. Pläne zur Verbesserung wurden erstellt, ein erster sah vor, 45.000 Euro zu investieren, um die Bäume zu entfernen. „Die Idee fand das Okay der Bürger“, erklärt Stephan Renner. Die Politik aber lehnte im März 2018 ab. Also erarbeitete die Verwaltung ein neues Konzept, bei dem die sechs Linden erhalten bleiben, der so genannte Splitteinbau erweitert würde – und eine Verengung der Fahrbahn vorgesehen ist. „Wie das funktionieren soll, weiß kein Mensch“, fasst Heinz Pesch Bedenken zusammen. Um etwa einen Meter würde sich die Willibrordusstraße verengen. „Es ist schon jetzt kaum möglich, dass zwei Autos aneinander vorbei fahren“, beschreibt Peter-Josef Flahs die Ist-Situation. Ausweichen sei nur „unter Einbeziehung der Gehwege möglich“, führt Johann Krausen aus. Damit aber ist der nächste Brennpunkt angesprochen, nämlich das Thema Tempo: Nominell ist dieser Straßenabschnitt eine verkehrsberuhigte Tempo-30-Zone. „An die sich aber keiner hält“, wie die Nachbarn wissen. Denn ist die Fahrbahn frei, „gibt jeder Gas, um schnell durchzukommen ehe der nächste Gegenverkehr ansteht“, berichten sie. Verschärft wird das Parkproblem auch temporär durch „Helikoptereltern“, die beim Bringen und Abholen ihrer Kinder an der gegenüberliegenden Schule die Bahn blockieren. Fazit der genervten Anwohner: Grundsätzlich muss neu und zukünftsträchtig geplant werden. Rückmeldung aus der Verwaltung: Bis zum 25. Februar können schriftlich ausgeführte Vorschläge per Brief, E-Mail oder Fax formuliert werden. „Diese Ideen werden geprüft und gegebenenfalls in der Planung berücksichtigt", wie Stephan Renner ausführt.