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Grevenbroich: Auf Streife im Stadtpark

Grevenbroich : Auf Streife im Stadtpark

Nach der Randale vor einer Woche zeigt die Stadt im Stadtpark massiv Präsenz: Sechs Ordnungsamtsmitarbeiter kontrollierten etliche Gruppen junger Menschen, die NGZ war dabei. Störungen gab's diesmal nicht.

Ein heißer Sommerabend, das Quecksilber zeigt um 22 Uhr noch 28 Grad an. Klar, dass bei dem Wetter der Stadtpark Treff vieler junger Menschen wird. Aber auch eine andere Gruppe ist dabei — sechs Männer in blauen Westen mit dem Aufdruck "Ordnungsamt".

Die Stadt zeigte am Freitag bis in die Nacht Präsenz — es war die erste größere Kontrollaktion nach der Randale vor einer Woche auf der Stadtparkinsel. Eine Gruppe hatte nach Berichten von Feiernden eine Party im Auerbachhaus gestört, in der Nacht war zudem ein Auto demoliert worden, Täter unbekannt. Vorher hatte es von Bürgern und Politikern wiederholt Beschwerden wegen Lärm und Müll gegeben.

Die sechs von der Stadt marschieren los. "Wir wollen Präsenz zeigen, damit Ausschreitungen und Störungen ausbleiben", sagt fachbereichsleiter Udo Robling. Drei junge Frauen trinken auf einer Bank "Russisches Bier". Ordnungsamtsmitarbeiter Wolfgang Jurk lässt sich Ausweise zeigen, die Frauen sind 18 Jahre. Dann Stippvisite am Auerbachhaus. Für die Geburtstagsparty mit 80 Gästen hatte die Stadt einen Security-Dienst auf eigene Kosten bestellt, um Vorfälle wie vor einer Woche zu vermeiden. "Alles ruhig", erklärt Gerd Malzkorn, Chef des Dienstes. "Die Präsenz der Security finde ich beruhigend", sagt eine feiernde Frau.

Der Platz zwischen den Gebäuden ist fast leer, auch wegen des Glasverbots dort muss die Stadt nicht einschreiten. Etwas weiter auf der Apfelwiese bietet sich ein friedliches Bild ohne Lärm. Zwischen Bäumen lagern Gruppen, hier um eine Wasserpfeife, dort um Tüten oder Flaschen mit Saft, Bier oder Wodka.

Ausweise werden kontrolliert, Getränke überprüft. "Bitte nehmen sie die Zigarettenkippen mit", mahnt Jurk. "Das hätten wir sowieso getan", hört er. "Viele Jugendliche sind hier, weil sie wenige andere Treffpunkte in der Stadt haben", sagt Marc (25), der mit Freunden auf einer Decke sitzt. Etwas weiter meint Dennis (21) aus einer etwa 15-köpfigen Gruppe: "Seitdem die Gaststätte ,Williams' zu ist, haben wir keinen anderen Ort, wo wir uns treffen können."

Mehrere Gruppen werden ermahnt, ihren Abfall mitzunehmen. Hinter Büschen stoßen die Kontrolleure auf Reste einer Open-air-Party — Rudolf Schotten sammelt das Altglas ein. "Die Abfalleimer auf der Wiese sind leer, dennoch liegt der Müll gleich daneben", ärgert sich Jurk. Die Bilanz insgesamt aber ist positiv: "Wir sind froh, dass alles friedlich ist. Unsere Präsenz hat wohl schon Wirkung gezeigt", sagt Udo Robling. "Wir planen auf jeden fall weitere größere Kontrollaktionen — auch mit der Polizei."

(NGZ)