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Grevenbroich: Anwohner wollen Einbahnstraße

Grevenbroich : Anwohner wollen Einbahnstraße

Der Bauausschuss will die Einbahnstraße an der Friedrichstraße wieder aufheben. Dagegen protestieren nun Anlieger, sie haben Unterschriften gesammelt. Bürgermeisterin Ursula Kwasny stellt sich hinter die Kapellener.

Die Einbahnstraßen-Regelung auf dem südlichen Abschnitt der Friedrichstraße war ein Experiment für ein Jahr — das nach dem Urteil der Stadtverwaltung gescheitert ist. Wie Planungsdezernent Werner Hoffmann im September erklärte, hätte es "verärgerte Stimmen" gegeben, die auf "eine unsinnige und gefährliche Verkehrsregelung" hingewiesen hätten. Der Bauausschuss hat sich daher entschlossen: Die Einbahnstraßen-Schilder müssen wieder weg.

Die Anlieger der oberen Friedrichstraße wollen das aber nicht kommentarlos hinnehmen. Sie haben der Bürgermeisterin jetzt eine Liste mit 77 Unterschriften übergeben. Tenor: Die Einbahnstraße muss bleiben. Ursula Kwasny nahm die Kladde entgegen, sie will sich nun für die Interessen der Anwohner einsetzen. "Die Leute sind zurecht sehr verärgert. Denn niemand hat sie nach dem einjährigen Probephase nach ihrer Meinung gefragt", sagt die Verwaltungschefin.

Nach dem Beschluss der Politiker begaben sich die Anlieger auf die Straße: "Wir haben die Nachbarn besucht und sie um Unterschriften gebeten. Der größte Teil sprach sich für die Einbahnstraße aus. Nur zwölf Anlieger haben sich enthalten oder waren anderer Meinung", erklärt die Initiatorin Karina Rau. Sie ist sich sicher: "Wenn wir die Anwohner auf der weiteren Friedrichstraße auch aufgesucht hätten, wäre die Zahl der Befürworter noch größer geworden."

Dass die vor zwölf Monaten eingeführte Regelung beibehalten werden soll, steht für Anwohner Josef Krüppel fest: "Sie hat uns viel mehr Lebensqualität gebracht", meint der 66-Jährige: "Es fahren nun deutlich weniger Autos hier, es ist viel ruhiger geworden." Außerdem sei auf der Friedrichstraße kein Hupen und Bremsenquietschen mehr zu hören — "das war früher Alltag, wenn sich der Verkehr auf der engen Straße begegnete".

Für den Kapellener Ratsherr Ralf Cremers (CDU) steht fest: "Der Bauausschuss muss seinen Beschluss in der Sitzung am 29. November noch einmal überprüfen." Denn es sei über die Köpfe der Anlieger hinweg entschieden worden — auch mit Stimmen aus seiner eigenen Fraktion. "Ich verstehe nicht, warum dieses Thema auf so viel Widerstand in der Politik trifft. Vorher war die Situation auf diesem Abschnitt völlig chaotisch, erst durch die Einbahnstraße hat es eine erhebliche Verkehrsberuhigung gegeben." Auch Cremer hätte es sich gewünscht, wenn die Anlieger vor der Sitzung nach ihrer Meinung gefragt worden wären.

Wie die Bürgermeisterin signalisiert, will sie am Mittwoch die Einbahnstraßenregelung mit Dezernent Hoffmann besprechen. "Er wird die Unterschriften auf den Tisch bekommen", so Kwasny.

(NGZ/rl)