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Grevenbroich: Ansturm auf Betreuung

Grevenbroich : Ansturm auf Betreuung

Immer mehr Eltern wollen Ganztagsbetreuung für Grundschüler: An der Jakobusschule in Neukirchen wird die Ogata neu eingerichtet, an der Erich-Kästner-Schule startet die fünfte Gruppe. Doch es gibt auch Kapazitätsprobleme.

Mittagessen, Hausaufgaben erledigen, musizieren, tanzen, mit Freunden spielen – nur einige Möglichkeiten, die Kinder in der "Offenen Ganztagsbetreuung" (Ogata) an neun Grevenbroicher Grundschulen nutzen können. Zum Schuljahr 2011/12 werden an fünf Schulen deutlich mehr Jungen und Mädchen angemeldet. An den übrigen bleibt die Nachfrage konstant. Die Stadtverwaltung reagiert bereits auf den Ansturm: An der Erich-Kästner-Schule in Elsen soll eine fünfte Gruppe eingerichtet werden, an der Jakobusschule in Neukirchen werden zwei Ogata-Gruppen neu aufgebaut. Trotzdem gibt es Kapazitätsprobleme, stehen Schüler auf Wartelisten.

In der Ogata werden Grundschüler von montags bis freitags verbindlich bis 16 Uhr betreut. "Auf Dauer steigt die Nachfrage, weil immer mehr Eltern berufstätig sind", sagt etwa Erika Voets, Rektorin der Gustorfer Grundschule "Erftaue". Sie plant in naher Zukunft eine Ganztagsklasse – also eine komplette Klasse mit Kindern, die die Ogata besuchen. "Dadurch werden andere Formen der Schulorganisation möglich", ist Voets überzeugt.

60, also mehr als die Hälfte der Grundschüler in Hemmerden, nutzen auch die Ogata: "Die Eltern wissen, dass ihre Kinder hier gut aufgehoben sind", sagt Schulleiterin Jutta Bader. Ruth Hennen, Rektorin der Erich-Kästner-Grundschule, ergänzt: "Viele Eltern schätzen neben der Hausaufgabenbetreuung das kulturelle Angebot. Um einem Kind etwas Vergleichbares bieten so können, muss es schon sehr aktiv in Sportverein, Kunst- oder Musikschule sein". In Elsen ist die Nachfrage für das Schuljahr 2011/12 so stark gestiegen, dass eine fünfte Betreuungsgruppe eingerichtet werden soll.

Große Nachfrage für die Ogata, aber zu wenig Platz für eine Erweiterung – so sieht die Situation in der Katholischen Grundschule Stadtmitte aus: "Zurzeit sind 72 Plätze belegt", erläutert Schulleiterin Veronika Majehrke-Feldmann. Wenn die Viertklässler abgehen, würden aber nur zwölf Plätze frei werden. Zudem gibt es bereits jetzt eine Warteliste. Sie geht zurzeit davon aus, dass mehr als zwölf Kinder für die Betreuung angemeldet werden – Gewissheit wird sie erst im Mai erhalten, wenn die Anmeldefrist verstrichen ist.

Am Limit arbeitet auch Dorothee Steup in der Grundschule Kapellen: "Zurzeit besuchen 80 Jungen und Mädchen die Ogata, für das nächste Schuljahr gibt es aber bereits 90 Anmeldungen – das sind eigentlich zu viele." Für immer mehr berufstätige Mütter und Väter sei die Ogata unverzichtbar.

(NGZ)