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Grevenbroich: "Angst-Tunnel" wird saniert

Grevenbroich : "Angst-Tunnel" wird saniert

Für Fußgänger, Radfahrer und Schüler ist er die wichtigste Verbindung zwischen Süd- und Innenstadt. Doch viele meiden den dunklen Tunnel an der Zedernstraße. Die Stadt plant eine mehr als 1,1 Millionen Euro teure Sanierung.

So richtig gerne hat sie eigentlich niemand. "Die Unterführung ist extrem schmuddelig, sehr dunkel und viel zu steil für Radfahrer, Mütter mit Kinderwagen und ältere Menschen", schimpft Arthur Kulbe (66) von der Senioren-Union: "Der Tunnel ist ein einziges Ärgernis." Und das nerve die Südstädter, zumal die Bahnunterführung für viele der kürzeste und schnellste Weg in die Grevenbroicher City sei.

Schon seit den 90er Jahren versucht die Stadt, den Tunnel an der Zedernstraße zu verbessern. "Bislang scheiterten unsere Bemühungen, die notwendigen Zuschüsse für dieses Projekt zu erhalten", sagt Planungsdezernent Werner Hoffmann. Diese Situation hat sich geändert: NRW-Verkehrsminister Michael Groschek stellte jetzt Fördergelder von 800 000 Euro in Aussicht. Nimmt die Stadt diesen Betrag in Anspruch, muss sie einen Eigenanteil von 350 000 Euro tragen. "Wir werden uns nun darum bemühen, dieses Projekt zu realisieren", signalisiert Hoffmann.

Pläne liegen in der Schublade

Die Pläne liegen bereits in der Schublade der städtischen Bauingenieurin Jeanette Vrijaldenhoven-Schmitz. Sie sehen auf beiden Seiten der Unterführung jeweils rund 60 Meter lange Rampen vor, die sich serpentinenartig in den Tunnel schlängeln. "Auf diese Weise erreichen wir auf einem sehr beengten Raum ein leichtes Gefälle, so dass auch Rollstuhl- und Fahrradfahrer die Unterführung bequem nutzen können", erklärt die Fachfrau.

Die überdachten Treppen sollen abgerissen und durch neue ersetzt werden. "Wir werden sie so anordnen, dass die Unterführung künftig besser einsehbar und deutlich heller wird", berichtet Werner Hoffmann. Auch im Inneren des Tunnels soll sich etwas ändern: Die Fliesen werden entfernt, die Wände sollen zum Teil mit Keramikplatten verkleidet werden. Und: "Mit einer neuen Beleuchtung wird die Sicherheit auch in der dunklen Jahreszeit gewährleistet", verspricht Jeanette Vrijaldenhoven-Schmitz.

"Gerade weil die Eisenbahnunterführung von außen nicht einsehbar ist, wird sie von ängstlichen und älteren Menschen gemieden", sagt der Planungsdezernent: "Manche nehmen vor allem in der Dunkelheit den Umweg über die Neuenhausener Straße in Kauf — das muss nicht sein."

Wann mit dem 1,15 Millionen Euro teuren Umbau begonnen wird, steht noch nicht fest. "Uns wurde in Aussicht gestellt, dass der Bewilligungsbescheid für die Fördergelder noch in diesem Jahr im Rathaus eintreffen wird", betont Werner Hoffmann. Mit dem Bau soll dann so schnell wie möglich begonnen werden.

(NGZ)