Grevenbroich: Angler aktiv für die Natur

Grevenbroich : Angler aktiv für die Natur

Sie sitzen keineswegs nur am Ufer und warten, bis ein Fisch anbeißt: Die 34 Mitglieder des Angelsportvereins Gindorf-Gustorf engagieren sich im Naturschutz und haben einen Fisch- und Gewässerlehrpfad geschaffen.

Irgendwo unter der Wasseroberfläche lauern die gewaltigen Räuber. "Die Welse sind in der Erft eine Plage. Wir haben hier schon welche mit 1,80 Metern Länge herausgezogen", sagt Edmund Schnorrenberg (72) am Ufer. "Wir haben von der Erft-Fischereigenossenschaft die Auflage erhalten, möglichst viele Welse zu fangen." Damit macht der Vorsitzende des Angelsportvereins Gindorf-Gustorf 1930 deutlich, dass die 34 Angler im ASV viel mehr tun, als nur die Pfanne zu Hause mit Leckerem zu füllen. Sie engagieren sich intensiv im Natur- und Umweltschutz. Fast täglich sieht Edmund Schnorrenberg am Ufer der Erft nach dem Rechten.

Mehrere Angelruten sind am Ufer festgesteckt, Vögel zwitschern, vor der kleinen Hütte des Vereins werden Bänke aufgestellt. "Ich angele bereits seit meiner Kindheit, das Hobby ist für mich Entspannung und Ausgleich für den Beruf", erzählt Karla Lupp. Die 33-Jährige ist die einzige Frau unter 33 Männern zwischen 20 und 72 Jahren. Konrad Moll (68) gilt als der "Döbel-King", er fängt die Fischart mit einem besonderen Köder: Süßkirschen. Barsch, Hecht, Zander, Schleie, Rotauge und etliches mehr tummelt sich in der Erft. "Leider auch vieles, was da nicht hineingehört, aus Aquarien ausgesetzt wurde", sagt Schnorrenberg. Sogar zwei Piranhas wurden schon aus der Erft gezogen.

Der Vorsitzende (72) ist seit 47 Jahren Mitglied, der "Dienstälteste" im Verein. "Wir haben von der Erftfischereigenossenschaft einen Abschnitt von zwei Kilometern Länge gepachtet." Zu tun ist reichlich. Schnorrenberg gibt Angelscheine aus, achtet mit anderen darauf, dass keine Wildangler am Ufer sitzen, meldet Schäden und Verunreinigungen dem Erftverband.

Doch die rührigen Angler sind längst nicht nur am Wasser aktiv: 2009 haben sie den Fisch- und Gewässerlehrpfad am Ufer mit 17 Schildern fertiggestellt, pflegen ihn nun. Auf farbigen Tafeln werden Fische, Vögel, Pflanzen und anderes in und an der Erft vorgestellt. "Junge Menschen kennen oft viele Arten gar nicht", so Schnorrenberg. Die Angler haben die Infotafeln aus Akazienholz gezimmert, die Texte zusammengestellt. Klar, dass der Vorsitzende sich ärgert, wenn wieder mal eine Tafel von Vandalen beschmiert wurde. Doch das kann das Engagement nicht aufhalten. Einige Tafeln sollen hinzukommen. "Außerdem planen wir am Ufer ein sogenanntes Insektenhotel, wo ganz verschiedene Arten Unterschlupf finden und brüten können", so Schnorrenberg. Vogelnistkästen sollen aufgehängt werden, einige Bänke am Erft-Ufer aufgestellt werden. "Wir tun etwas für Gustorf", erklärt der Vorsitzende.

(NGZ)