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Angebot in Grevenbroich: Kleinkunst am Vorabend aus dem Kulturamt

Angebot aus dem Kulturamt : „Kleinkunst am Vorabend“ statt Konzerte im Museum

Gitarrenwochen, Weltmusik, 80er-Jahre-Konzerte – dafür ist die Villa Erckens in Grevenbroich bekannt. Die beliebten Angebote müssen jedoch während der Corona-Pandemie bis auf weiteres ruhen.

Damit die Fans sich nicht ganz in Verzicht üben müssen, dafür sorgt jetzt Kulturamtsleiter Stefan Pelzer-Florack höchstpersönlich. Seit einigen Tagen setzt er sich vor die Kamera und bietet „Kleinkunst am Vorabend“. Eine schöne Idee, die auf Facebook immer mehr Freunde findet.

Auf der Akustik-Gitarre wird am frühen Abend das gespielt, was ihm im Laufe des Tages einfällt. Etwa der Klassiker „The times they are a changing“ von Bob Dylan – „weil er so gut in die jetzige Situation passt“, sagt Pelzer-Florack. „Nichts ist mehr wie vorher.“ Der Kulturamtsleiter, der im verwaisten Museum die Stellung hält, setzt sich tagsüber vor die Kamera und legt los – mal im Salon der Villa Erckens, mal in der jenseits der Erft liegenden Versandhalle. Das Ergebnis ist in der Regel zwischen 18 und 19 Uhr auf seinem Facebook-Profil (Stefan Pe-Eff) zu sehen.

„Für uns Kulturleute bietet die Krise auch eine Chance, neue Formate auszuprobieren“, sagt Stefan Pelzer-Florack. So hat er etwa überlegt, das für den 27. März geplante Konzert zur Präsentation des neuen „Flying-Circus“-Albums „1968“ per Livestream ins Netz zu übertragen – doch: „Leider war das nicht möglich“, sagt der Kulturamts-Chef. Denn neben der fünfköpfigen Band hätten sich dafür auch Techniker und ein Kameramann in einem Raum befunden – „zu viel Leute, das hätte der Verfügung des Landes widersprochen“. Was den in der Szene gut vernetzten Pelzer-Florack freut: „Viele Musiker, die vom Unterricht leben, geben jetzt Online-Instrumentalkurse – und das funktioniert.“

Der Kulturamtsleiter will seine „Kleinkunst am Vorabend“ fortsetzen, vielleicht auch mal am Klavier oder am Bass – „so lang es niemanden nervt“, sagt der Kulturamtsleiter. Die Kommentare jedenfalls sind begeistert: „Danke für Licht und Musik in einer surrealen Welt“.

(wilp)