Andreas Drengwitz legt zweite Blühwiese für Insekten an

Beispielhaftes bürgerschaftliches Engagement : Kapellener macht sich weiterhin für Insekten stark

Andreas Drengwitz will nicht bloß theoretisch reden, sondern praktisch aktiv werden. Deshalb legt er jetzt in Wevelinghoven seine zweite Blühwiese für Inekten an.

Den „schönen Sound“ aus Gesumme, Gebrumme und Gezirpe mag er „besonders gern. Ich bin eben ein Naturfreund“, sagt Andreas Drengwitz über sich. Der Wohlklang stammt von Insekten, die sich neuerdings auf der von Drengwitz in Zusammenarbeit mit Landwirt Dennis Außem erschaffenen Blühwiese in Kapellen tummeln.

„Es reicht einfach nicht, immer nur darüber zu reden, dass etwas getan werden muss. Irgendwann musst du dann selbst etwas tun“, sagt er mit besorgtem Gesicht zu der allgemein geführten Debatte über Insektensterben und die Gründe dafür. Nachdem Blühwiese Nummer eins „so prächtig angegangen ist, ein Erfolg, mit dem wir selbst kaum gerechnet haben“, will der Kapellener sich weiter bürgerschaftlich engagieren. „Ich habe einen weiteren Landwirt gefunden, der ein weiteres Stück Land für unsere zweite Blühwiese zur Verfügung stellt“, sagt er über das neue Projekt. Auf den neuen 5000 Quadratmetern sollen wieder Pflanzen, die Insekten lieben und als Futterquelle nutzen, in Wevelinghoven gesät werden.  Das Konzept steht. Aus der „Wundertüte“ sollen dann Borretsch, Sonnenblumen, Gelbauf, Mohnblumen und vor allem der leicht-lila blühende „Bienenfreund“ sprießen. Waren es beim ersten Projekt noch die per Crowdfounding gefundenden Bürger, die ihren Obolus entrichteten, ist es diesmal der Landwirt, der alle Kosten übernimmt.

Zufrieden bilanziert Andreas Drengwitz sein erstes Jahr als „Wohnraumbeschaffer für Insekten“: „Das sind dann etwa zwei Hektar Blühwiese insgesamt“. Und der 33-Jährige sucht weitere Mitstreiter für weitere Projekte. „Bis Ende Juli, Anfang August könnten wir säen.“ Seine erste Insekten-WG in Kapellen verliert er nicht aus den Augen. Stolz zeigt er auf Blütenstände, „da wächst die nächste Generation“. Außerdem baut er ein Insektenhotel. Ein erstes, provisorisch erstelltes „taugt nichts, die Bambusröhrchen haben nicht den passenden Durchmesser“, sagt er über seine Heimwerkerarbeit. Zum neuen Insektenhotel gehören rund 300 Röhrchen aus Pappe, die so verbaut werden sollen, dass „die Insekten sie gut annehmen“. Für den wunderbaren Klangteppich wäre also auch zukünftig gesorgt.

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