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Grevenbroich: Altes Pastorat wird gerettet

Grevenbroich : Altes Pastorat wird gerettet

Das älteste Haus von Wevelinghoven war vom Einsturz bedroht. Doch jetzt wird das Pastorat gerettet. In dem 20 Meter langen Gebäude aus dem 17. Jahrhundert haben Sanierungsarbeiten begonnen.

Ein Wunsch, den viele Wevelinghovener seit Jahrzehnten hegen, geht in Erfüllung. Das Pastorat von 1653 — das älteste Haus der Gartenstadt — wird aufwendig saniert. Nach den Plänen des Architekten Klaus Peter Knevels soll das Gebäude, das kurz nach dem Dreißigjährigen Krieg entstand, wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. "Für das Bauprojekt haben wir etwa drei Jahre eingeplant", sagt Margret Peiffer (63) vom Kirchenvorstand.

Der Anfang ist gemacht. Um das Haus vor dem Einsturz zu bewahren, wurde das Fundament bereits gesichert, die Risse im historischen Barockgiebel konnten schon fachmännisch saniert werden. "Doch es gibt noch sehr viel zu tun", erklärt Kirchenvorstandsmitglied Helmut Coenen (60). In Absprache mit dem Denkmalamt wird das Innere des Hauses entkernt und renoviert. "Der Kamin mit der Jahreszahl 1653 wird erneuert, außerdem werden auch die Kölner Decken wieder hergestellt", schildert Peiffer. Interessant: Bei dieser Gelegenheit werden Experten die alten Farbschichten der Decke unter die Lupe nehmen und ihr Alter bestimmen.

Viel Arbeit wartet auch unter dem Dach. Teile des historischen Eichenholz-Gebälks sind von Pilzen befallen und müssen ausgebessert werden. Während die künftige Nutzung des übrigen Hauses noch nicht feststeht, gibt es schon interessante Pläne für den "Söller". Architekt Knevels will einen Glaskörper auf dem Dachboden installieren, in dem das Archiv der Kirchengemeinde St. Martinus untergebracht werden soll. "Das wird so etwas wie einen musealen Charakter erhalten", sagt Helmut Coenen: "Vom Archiv aus wird sich künftig ein toller Blick auf die alten Dachbalken bieten." Außerdem werden auf diese Weise auch Energiekosten gespart.

Das an das Pastorat angrenzende Pfarrhaus, das ebenfalls in die Jahre gekommen ist, wird bei dieser Gelegenheit ebenfalls renoviert. Und: Gleich hinter dem alten Gemäuer, im großen Garten, der zur Erft führt, wird das neue Pfarrzentrum entstehen. Durch eine moderne Gestaltung soll es sich bewusst von den historischen Gebäuden abheben. "Das alte Pfarrzentrum wird voraussichtlich im September oder Oktober abgerissen", sagt Margret Peiffer.

Möglich wurde das aufwendige Sanierungsprojekt durch das Bauvorhaben der Augustiner. Die Neusser haben das große Gelände hinter der Kirche mitsamt Pfarrzentrum und Wirtschaftsgebäuden gepachtet und werden dort im Spätsommer mit dem Bau eines Seniorenhauses an der Erft beginnen. "Für uns Wevelinghovener ist das eine einmalige Chance", sagt Helmut Coenen: "Wir können ein richtiges Schmuckstück vor dem Abriss bewahren und für nachfolgende Generationen erhalten.

(NGZ/rl)