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Grevenbroich: Altes Finanzamt: Kwasny weist UWG-Kritik zurück

Grevenbroich : Altes Finanzamt: Kwasny weist UWG-Kritik zurück

Bürgermeisterin Ursula Kwasny hat sich zum geplanten Medizin-Zentrum an der Bahnstraße geäußert. Mit einem Offenen Brief reagierte sie zugleich auf Kritik der UWG. Deren Vorsitzender Carl Windler hatte das Verhalten der Verwaltung in Zusammenhang mit dem Projekt hinterfragt. Kwasny stellt nun klar, dass sie dem Vorhaben im als "grünes Finanzamt" bekannten Gebäude neutral gegenübersteht. "Ich habe mich weder für dessen Realisierung eingesetzt, noch kann und möchte ich die dortige Ansiedlung verhindern", teilt die Verwaltungschefin mit.

Zudem äußert Kwasny, die Kritik der UWG habe sie "verwundert". Die UWG sei – wie die anderen Fraktionen auch – über laufende Entwicklungen und den aktuellen Stand informiert worden. Als Beispiel nennt sie eine nicht-öffentliche Sitzung des Arbeitskreises Innenstadt am 11. August 2011. Dabei sei es ausschließlich um das Nutzungskonzept des ehemaligen Finanzamtgebäudes gegangen. Der Mediziner Dr. Joachim Treppmann, der dort zusammen mit Kollegen ein Schwerpunkt-Zentrum für die Behandlung von Abhängigkeitserkrankungen plant, habe sein Vorhaben dabei ausführlich dargestellt und mit den Vertretern der Fraktionen diskutiert.

Darüber hinaus habe die Verwaltung sowohl bei dieser Informationsveranstaltung als auch in weiteren Sitzungen die planungs- und bauordnungsrechtliche Situation erläutert. Eine Bebauungsplanänderung sei ohne "potenzielle Schadensersatzansprüche" der Grundstückseigentümer nicht möglich. Auch andere Vorgehensweisen seien nicht realistisch.

In ihrem Offenen Brief betont Ursula Kwasny, dass sie die Gründung der "Stellwerk Initiative" begrüßt. In der Initiative haben sich Händler und Anwohner zusammengeschlossen, um sich für eine Aufwertung des Bahnhofsquartiers einzusetzen. Allerdings versucht die Initiative momentan vor allem, das Medizin-Zentrum zu verhindern. Dazu schweigt die Bürgermeisterin. Sie stellt lediglich in Aussicht, die Bürger zu beteiligen, falls das Land die von der Stadt beantragten Fördergelder für das Integrierte Innenstadtkonzept bereitstellt. Dann wäre es gut, dass "bereits Ansprechpartner im Viertel existieren".

(NGZ)