Grevenbroich: Altenheim-Betreiber sagt ab

Grevenbroich : Altenheim-Betreiber sagt ab

Rückschlag fürs Altenheim-Projekt in Elsen: Die Düsseldorfer "Alloheim Senioren-Residenzen" ziehen sich als potenzieller Betreiber zurück. Grund seien städtische Vorgaben. Investor Care-Center Invest will am Bau festhalten.

Im August oder September sollen die Bagger an der Matthias-Esser-Straße anrollen. Doch wer das geplante Seniorenzentrum mit 80 Plätzen betreiben wird, ist jetzt wieder offen. Die "Alloheim-Senioren-Residenzen GmbH" erklärte gestern auf Anfrage, dass sie sich als "potenzieller Betreiber" zurückzieht: "Städtische Vorgaben verhindern hohe Alloheim-Standards", heißt es dort. In den Ausschüssen war über das Projekt heftig diskutiert worden. Investor ist "Care-Center Invest" in Hannover, die das Haus Alloheim als Mieter und Betreiber angeboten hat.

Ursprünglichen Bauplänen mit drei Etagen und Staffelgeschoss erteilte der Rat 2010 eine Absage. Vor allem der CDU war der Bau mit Blick auf die Umgebung zu wuchtig. Der Investor plante um. Dann war es ruhig um das Projekt — bis jetzt. "Nachdem das Bauamt dem Investor kürzlich Veränderungen am Baukörper abgefordert habe", sei die Geschäftsgrundlage für den Betrieb entfallen, heißt es bei Alloheim.

Konkret: Das Bauamt verlange "eine reduzierte Geschossflächenzahl". Dies bedeute eine deutliche Verkleinerung des Baukörpers — Funktionsräume und Cafeteria hätten kleiner ausfallen müssen. "Damit sehen wir eine adäquate Nutzung nicht mehr als gegeben", so Johannes Knake, Leiter der Abteilung "Operatives Geschäft".

Auch Thomas Zethin, geschäftsführender Gesellschafter bei "Care-Center Invest", sagte: "Das ist nicht mehr die Planung, die wir uns vorgestellt haben, wir müssen sie überarbeiten." Am Dienstag hatte Zethin, der gestern nicht zu erreichen war, betont: "Das Altenheim kommt, wir stehen mit anderen Interessenten in Gesprächen."

Laut der Stadt ist die Planungsgrundlage aber unverändert geblieben: "Der Bebauungsplan für das Projekt ist seit dem 29. September 2010 rechtskräftig und seitdem nicht geändert worden", erklärt Stadtsprecher Andreas Sterken.

Von der Absage überrascht sind Politiker: "Ich bin irritiert. Soweit ich mich erinnere, bestand Konsens, war die Reduzierung auf zwei Geschosse mit dem Investor geklärt", sagte Martina Suermann (SPD). Planungsausschussvorsitzender Siegfried Bongartz (SPD) meint: "Alloheim war doch vom Standort, mitten im Wohngebiet und stadtnah, sehr angetan."

Gibt's für den Rückzug noch andere Gründe? Nachdem die St.-Augustinus-Seniorenhilfe Pläne für ein Seniorenzentrum in Wevelinghoven — das dritte neue in der Stadt — vorstellte, erklärte Kreisdezernent Jürgen Steinmetz: "Ich könnte mir vorstellen, dass jetzt andere Träger ihre Pläne zurückziehen." Der Kreis sieht zurzeit keinen Bedarf für drei zusätzliche Häuser.

(NGZ)
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