Helmut Coenen entwickelte heimatkundliches Projekt: Alte Motte wieder sichtbar machen

Helmut Coenen entwickelte heimatkundliches Projekt: Alte Motte wieder sichtbar machen

Die Wevelinghovener Motte ist vermutlich eines der ältesten Bestandteile der ehemaligen Gartenstadt. Sie fristet ein schon fast unscheinbares Dasein. Dies soll sich ändern, meint NGZ-Grafiker und Heimatfreund Helmut Coenen. Er wird dem Bürgerschützenverein am Montag einen Vorschlag unterbreiten, wie die alte Niederungsburg wieder in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt werden kann.

Der ansehnliche Hügel nahe der katholischen Kirche im Gartengelände des ehemaligen Altenheims jenseits der Erft war ehemals von einer Fluss-Schleife und einem Durchstich geschützt. Heute steht auf ihm ein Gartenhäuschen, das im Volksmund als "Jeisterhüsje" bekannt ist. Dieser Platz ist bis heute noch nicht archäologisch untersucht worden.

Angeblich wurde die Burg im Kölnischen Krieg 1584 zerstört und danach nicht wieder aufgebaut. Schon auf der Darstellung der Schlacht bei Wevelinghoven von 1648 fehlt sie. Wohl aber sind auf einer Karte der Herrschaft Wevelinghoven von 1782 ihre Überreste vermerkt. Dort war der Sitz der Herren von Wevelinghoven, die zum alten Adel gehörten. Sie sind erstmalig 1075 und danach lückenlos von 1138 bis zum Aussterben der Familie (1450) bezeugt.

Ihr bedeutendster und bekanntester Vertreter war Florenz, Bischof von Münster und Utrecht. "Dass es sich bei diesem Platz tatsächlich um die ehemalige Burg Wevelinghoven handelt, wird auch durch die Nähe der katholischen Kirche gesichert", erklärt Helmut Coenen. Denn das Gotteshaus - die Widmung an den heiligen Martin zeugt von einem hohen Alter - hat schon immer an dieser Stelle gestanden, so oft auch Neubauten (zuletzt 1833./.34) notwendig wurden.

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Die Wevelinghovener Motte im Zubend ist somit vermutlich eines der ältesten Bestandteile des Ortes. Allerdings ist sie in ihrer ursprünglichen Form und Bedeutung kaum jemandem bekannt. "Diesen Zustand vor Augen entstand die Idee, sie in ihrer historischen Bedeutung wieder aufleben zu lassen", betont Coenen. Er hat ein Konzept entwickelt, das er am Montag im Rahmen der Generalversammlung an den BSV-Vorstand übergeben möchte.

Damit sich jeder vorstellen kann, wie die Niederungsburg früher ausgesehen hat, soll ein Modell angefertigt werden - ähnlich dem des Frimmersdorfer Husterknupps, das im Rheinischen Landesmuseum Bonn zu sehen ist. Als Standort biete sich die alte, nicht mehr genutzte Leichenhalle auf dem Gelände des Pfarrzentrums an: "Mit ihrer direkten Nähe zur Motte ist sie ein idealer Ort, die auch architektonisch durchaus ihre Reize hat", meint Helmut Coenen.

Dafür müsste das Gebäude jedoch von Innen entrümpelt und gereinigt werden. Das Außengemäuer hingegen benötige eine Restaurierung. Um die Original-Motte in ihrer mittelalterlichen Umgebung zu präsentieren, müsste zudem der Graben, der sich um die Burg und den Zubend zieht, geflutet werden. "Ohne Partner kann eine solche Idee jedoch nicht verwirklicht werden", weiß Helmut Coenen, der nun bei Kirche und Schützen für dieses Vorhaben werben möchte. Möglicherweise, so der Wevelinghovener weiter, könne das "Projekt Motte" auch in einen der geplanten Euroga-Wanderpfade integriert werden.

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