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Grevenbroich: Alte Gebäude sind für Händler ein Problem

Grevenbroich : Alte Gebäude sind für Händler ein Problem

Wer durch die Grevenbroicher City schlendert, dem fallen leerstehende Ladenlokale auf – manche sind bereits seit mehr als einem Jahr vakant. "Das ist keine Einzelhandelsproblematik, sondern oft ein Immobilienproblem", sagt Fred Schlangen, Vorsitzender des Werberings Grevenbroich.

Wer durch die Grevenbroicher City schlendert, dem fallen leerstehende Ladenlokale auf — manche sind bereits seit mehr als einem Jahr vakant. "Das ist keine Einzelhandelsproblematik, sondern oft ein Immobilienproblem", sagt Fred Schlangen, Vorsitzender des Werberings Grevenbroich.

Und Tim Grevelhörster, Manager im Montanushof, spricht für sein Center von einem "gesunden Leerstand": "Wir haben teilweise schon Mieter für Freiflächen gefunden und stehen mit zwei weiteren Interessenten für die frühere Buchhandlung in Kontakt."

Einige Neueröffnungen wie Mode von Christa Kerner und (Wohn-)Accessoires von "Schön und gut" stehen Geschäftsaufgaben gegenüber. Das frühere Ladenlokal von "Adessa" wird renoviert, auch in der ehemaligen "Bäckerei Bodewig" ist ein neuer Mietvertrag unterschrieben. Im "Monti" wechselt "Kind of Art" in das ehemalige Kinderschuhoutlet; dessen Ladenlokal wird — voraussichtlich schon zum Stadtfest Cityherbst — das Modelabel "Apanage" übernehmen.

"Apanage" öffnet im Montanushof

Leere Geschäfte kann auch Schlangen nicht leugnen, meint aber: "Deren Prozentsatz ist so gering — vielleicht ein, zwei Prozent —, dass man nicht von einer Problematik sprechen kann." Vielmehr sei es ungewöhnlich gewesen, "dass eine Mittelstadt wie Grevenbroich so gut wie keinen Leerstand in der Innenstadt zu verzeichnen hatte". "Einzelhandel ist eine Branche des stetigen Wandels", meint der Werbering-Chef.

Wie schwer es ist, einen Mieter zu finden, hat Fred Schlangen selbst erfahren: "Für mein Objekt gab es zwar acht bis neun Interessenten, doch oft scheiterte die Vermietung an Kleinigkeiten." Mieter hätten oft "sehr konkrete Vorstellungen und würden aus betriebswirtschaftlichen Gründen davon nicht abweichen". In einer gewachsenen Stadt mit historischen Gebäudestrukturen sei es laut Schlangen notwendig, nicht mehr zeitgemäße Ladenflächen zu modernisieren: "Treppenstufen im Ladeneingang, kleine und verwinkelte Geschäftszuschnitte verhindern oft eine Neuvermietung."

Doch die Zahlen der "Gesellschaft für Konsumforschung" zeigten, dass Grevenbroich in den zurückliegenden Jahren Kunden in bedeutendem Umfang neu gewinnen konnte und dass "die Grevenbroicher selbst in einer seit Jahrzehnten nicht dagewesenen Größenordnung in ihrer Stadt einkaufen", sagt Schlangen.

(NGZ/rl)