1. NRW
  2. Städte
  3. Grevenbroich

Tambourkorps "Frisch voran" feiert 75-jähriges Bestehen: Als das Los über die Musik bestimmte

Tambourkorps "Frisch voran" feiert 75-jähriges Bestehen : Als das Los über die Musik bestimmte

In Wevelinghoven bahnt sich ein Jubiläumsfest an. Am nächsten Wochenende feiert das Tambourkorps "Frisch voran" sein 75-jähriges Bestehen. Ein Festball mit viel Musik, ein Frühkonzert und ein Umzug mit vielen befreundeten Korps stehen auf dem Programm.

Die Geburtsstunde schlug 1927, als sich aus dem Jugendspielmannszug des katholischen Junggesellenvereins das Tambourkorps "Frisch voran". Die jungen Leute um Major Karl Wingerath und Vorsitzenden Johann Stübben traten zunächst in Marineuniform auf, wie viele Fotos aus dieser Zeit belegen. Sie hatten es jedoch nicht leicht, gab es doch noch drei weitere Tambourkorps in Wevelinghoven, so dass zum Schützenfest immer ausgelost wurde, wer wo im Umzug marschierte. Erst 1932 gelang es, die Marinekluft abzulegen und sich - unterstützt durch das Jägerkorps - grüne Röcke zu beschaffen, bei denen es dann vorerst blieb.

Die Ausbildung in diesen Jahren wurde von zwei Spielleuten aus dem damaligen Feuerwehrkorps übernommen: Matthias Heufler und Matthias Daniels. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann - auf Betreiben des damaligen BSV-Präsidenten Josef Pütz - schon ein kleiner Kreis von Spielleuten wieder zu proben. Die Reste aller vier Tambourkorps fanden sich zusammen - und es ging "Frisch voran" weiter. Beim ersten Schützenfest nach dem Krieg, 1949, war das Korps wieder dabbei. Ein Jahr später wurde erstmals ein Zugkönig ermittelt: Josef Flören. Die Musiker fühlten sich schließlich dem Brauchtum und dem Schützenverein verbunden, dem man über das Grenadierkorps angehörte. Im Jahr 1964 wechselte der Tambourstab von Karl Wingerath auf Willi Rebhan über.

Zum 40-jährigen Bestehen überraschte das Korps die Schützen erstmals mit einer Lyra sowie mit Pauken und Becken. Und die Wevelinghovener waren schon damals so gut, dass sie 1967 beim Stiftungsfest in Kapellen beim musikalischen Wettstreit den dritten und ein Jahr später in Orken den ersten Preis erlangten. Im Jahr 1973 bahnte sich ein Generationswechsel an. Der Vorstand, der zehn Jahre lang die Geschicke des Vereins gelenkt hatte, trat zurück und machte der Jugend Platz. Der Vorsitz ging von Heinrich Maaßen an Manfred Moll über. Nachdem Moll Tambourmajor wurde, ging der Vorsitz an seinen damaligen "Vize" Andreas Kulartz über. Und mit "Frisch voran" ging es weiter aufwärts: 1976 wurde die erste Großfackel (Thema: "Reitschule für Grenadiere) gebaut, 1977 feierten die Spielleute ihr 50-jähriges Korpsbestehen und 1978 holten sie bei einem Tambour- und Fanfarenwettstreit in Rheinhausen den ersten Platz.

Aber es sollte sich noch vieles tun: 1981 verabschiedeten sich die Musiker von den grünen Traditionsuniformen und schafften sich graue Röcke mit weißen Mützen und weißem Koppelzeug an. Die flachen Marschtrommeln wurden durch Armeetrommeln ersetzt. Von der Pfarrgemeinde St. Martinus wurde das Jugendheim am Wehr angepachtet, das seither für Übungszwecke und Feiern genutzt wird. Ab 1988 teilten sich Manfred Moll und Manfred Esser die Stabführung. Und 1990 / 81 kam mit Manfred und Anita Moll das erste Schützenkönigspaar aus den Reihen des Tambourkorps. In diesem Jahr setzt Manfred Esser mit Königin Stefanie die Reihe fort.

Zurzeit steht das 40-köpfige Korps unter der Stabführung von Manfred Esser und Uli Huth. Die Jubiläumsfeier beginnt am Samstag, 13. April, 20 Uhr, im Festzelt auf dem Markt mit einem Festball mit den Fidelen Musikanten aus St. Nikolaus und der Tanzband N-Joy. Der Sonntag steht ganz im Zeichen der Marschmusik: Um 10.30 Uhr beginnt ein Festkommers mit Frühkonzert, am Nachmittag formiert man sich um 13.30 Uhr zu einem Umzug mit vielen befreundeten Korps sowie zahlreichen Schützenzügen aus Wevelinghoven und Abordnungen befreundeter Vereine aus Kapellen, Langwaden, Barrenstein, Neu-Elfgen und Grevenbroich.

(NGZ)